Landesgesundheitsagentur verteidigt Notfallversorgung in NÖ

Die NÖ Landesgesundheitsagentur weist Kritik an der Notfallversorgung zurück. Vorständin Elisabeth Bräutigam betont, dass Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt an spezialisierten Standorten behandelt werden. Trotz geplanter Reduktion von Notarztstützpunkten soll das Netz an Rettungsmitteln dichter werden.
In der Debatte um die Notfallversorgung hat die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) am Montag klargestellt, dass die Versorgung in den Kliniken des Bundeslandes gesichert sei. LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam erklärte bei einer Pressekonferenz, dass Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt eine Behandlung an einem darauf spezialisierten Standort benötigen. Trotz der kritisierten geplanten Reduktion von Notarztstützpunkten werde das Netz an Rettungsmittel-Standorten dichter.
Bräutigam stellte klar, dass die LGA grundsätzlich nicht daran interessiert sei, sich in politische Debatten einzumischen. In der aktuellen Diskussion würden jedoch „unwahre Behauptungen über die Leistungsfähigkeit unserer Kliniken in den Raum gestellt“. An allen Standorten werde eine Erstversorgung angeboten. Entscheidend sei jedoch, dass der Patient an den richtigen Ort komme, wo auch die benötigte Expertise vorhanden ist.
„Die Versorgung in Niederösterreichs Kliniken ist hochprofessionell, patientenorientiert und sicher“, betonte die LGA-Vorständin. Die Anzahl der Mitarbeiter und Ärzte liege derzeit auf einem Höchststand seit Bestehen der LGA.
Spezialisierte Standorte für zeitkritische Fälle
Bei der klinischen Notfallversorgung gehe es um die zeitkritische Versorgung lebensbedrohlicher Krankheitsbilder oder medizinischer Notfälle, etwa nach Unfällen. Diese werden an spezialisierten Standorten versorgt: Für Schlaganfälle gibt es in Niederösterreich sieben Stroke Units, für Herzinfarkte gibt es fünf Herzkatheter-Standorte. Jeder Patient benötige und bekomme die richtige Versorgung am richtigen Ort zur richtigen Zeit, betonte Bräutigam.
Von der Notfallversorgung zu unterscheiden sei die Erstversorgung. Die Behandlung könne im niedergelassenen Bereich durch einen Allgemeinmediziner beginnen. Für ein gebrochenes Bein brauche es eine Unfallchirurgie – wenn diese an einer Klinik nicht vorhanden sei, werde der Patient an einen anderen Standort weitergeleitet. Für eine erste Einschätzung zur richtigen Anlaufstelle eigne sich ein Anruf bei der Gesundheitshotline 1450 oder in Notfällen bei 144.
Transfers und Akutversorgung funktionieren „hervorragend“
Die Transfers und die Akutversorgung von lebensbedrohlich Erkrankten funktionieren „hervorragend“, sagte Julia Mascherbauer, Leiterin der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 3 am Universitätsklinikum St. Pölten. Bei Schlaganfällen sei das Erkennen durch den „FAST“-Test und die Behandlung der Patienten durch hoch spezialisierte Teams entscheidend, erklärte Thomas Gattringer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg.
Man stehe „inhaltlich voll“ hinter dem vom Landtag beschlossenen „Gesundheitsplan 2040+“, betonte Bräutigam. Mit dem vorgesehenen Ausbau von 68 auf künftig 86 RTW-C-Standorte (Rettungswagen Typ C) im Bundesland werde das Netz an Rettungsmitteln dichter.
Zum geplanten Ersatz des Landesklinikums Gmünd durch eine Gesundheitsklinik hielt die LGA-Vorständin auf Nachfrage fest, dass es dort eine „Anlaufstelle 24/7“ brauche, aber keine Spitalsstruktur. Inhaltlich wollte sie sich zur Klage der Stadt gegen das Land wegen der geplanten Krankenhausschließung nicht äußern.
Quelle: APA
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