Landesklinikum Horn bietet Myomembolisation an

Mathias FischerMathias Fischer
Ärzte im Gespräch vor medizinischen Aufnahmen im Krankenhaus Hietzing, Wien
© Landesklinikum Horn

Das Landesklinikum Horn erweitert sein Behandlungsangebot für Gebärmuttermyome um ein minimalinvasives Verfahren. Die Myomembolisation wird in Kooperation zwischen Gynäkologie und Radiologie durchgeführt.

Seit Kurzem steht am Landesklinikum Horn die Myomembolisation als neue Therapieoption bei Gebärmuttermyomen zur Verfügung. Das Verfahren erfolgt in enger Kooperation der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie.

Bei Myomen handelt es sich um gutartige Knoten in der Gebärmuttermuskulatur. Zahlreiche Frauen nehmen sie nicht wahr und sind beschwerdefrei. Abhängig von Größe und Position können die Knoten jedoch starke oder anhaltende Regelblutungen, Blutarmut, Schmerzen oder ein deutliches Druckgefühl im Unterbauch auslösen. Häufiger Harndrang oder Beeinträchtigungen benachbarter Organe sind ebenfalls möglich.

Behandlung nach individueller Abklärung

„Nicht jedes Myom muss behandelt werden. Entscheidend ist, ob Beschwerden bestehen und wie stark die Patientin dadurch in ihrem Alltag beeinträchtigt wird“, erklärt Prim. Dr. Catalin Esanu, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Landesklinikum Horn. Die Wahl der geeigneten Therapie werde nach sorgfältiger gynäkologischer Abklärung gemeinsam mit der Patientin getroffen.

Neben medikamentösen und operativen Optionen steht nun auch die Myomembolisation zur Verfügung, sofern sie aufgrund der individuellen medizinischen Situation infrage kommt. Bei diesem Verfahren werden die Myome nicht operativ entfernt, sondern ihre Blutversorgung gezielt reduziert.

Minimalinvasiver Eingriff unter Röntgenkontrolle

Über einen kleinen Zugang zu einer Arterie führt der interventionelle Radiologe unter Röntgenkontrolle einen dünnen Katheter bis zu den Gebärmutterarterien. Dort werden sehr kleine Partikel in die Gefäße eingebracht, die die Myome mit Blut versorgen. Dadurch können sich die Myome verkleinern und die Beschwerden zurückgehen. Die Gebärmutter bleibt bei diesem Verfahren erhalten.

„Die Myomembolisation ist eine zusätzliche, minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit, die je nach individueller medizinischer Situation der Patientin infrage kommen kann“, erläutert Prim. Dr. Dietmar Garnhaft, Leiter des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie. Sie ersetze nicht grundsätzlich andere Therapieverfahren. Das Ziel sei es, gemeinsam mit der Gynäkologie jene Behandlung zu finden, die zur jeweiligen medizinischen und persönlichen Situation der Patientin passe.

Interdisziplinäre Planung und Beratung

Die Abklärung, ob eine Myomembolisation im jeweiligen Fall infrage kommt, sowie die Planung der Behandlung erfolgen interdisziplinär. Gynäkologische Vorbefunde und vorhandene Bildaufnahmen werden gemeinsam beurteilt. Je nach Ausgangssituation können ergänzende Untersuchungen wie ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie des Beckens notwendig sein. Ein bestehender Kinderwunsch muss bei der Wahl des Behandlungsverfahrens besonders berücksichtigt werden.

Das neue Behandlungsangebot ist am Landesklinikum Horn planmäßig angelaufen. Auch die Rückmeldung zu Ablauf und Betreuung fiel sehr positiv aus. Für das interdisziplinäre Team um Prim. Dr. Catalin Esanu, OA Dr. Ionut-Stefan Ciobanelu, Prim. Dr. Dietmar Garnhaft und 1. OA Dr. Georg Nagl ist dies eine erfreuliche Bestätigung des gemeinsam entwickelten Versorgungskonzeptes.

„Eine ausführliche Beratung ist besonders wichtig“, betont 1. OA Dr. Georg Nagl. Die Patientinnen sollen die verschiedenen Möglichkeiten sowie die jeweiligen Vorteile und Risiken kennen, bevor sie gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine Entscheidung treffen.

Quelle: https://www.landesgesundheitsagentur.at/presse/presseaussendungen/newsdetail/neue-behandlungsmoeglichkeit-bei-gebaermuttermyomen-am-landesklinikum-horn

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