Landesklinikum Horn schult Personal zu Gewaltopfern

Mathias FischerMathias Fischer
Landesklinikum Horn: Gabriele Führer, Bereichsleiterin Pflege, mit Kollegen und Flyer
© LK Horn

Eine Expertin der Medizinischen Universität Wien informierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesklinikums Horn über Gewaltformen, Spurensicherung und professionelle Opferbegleitung. Die Veranstaltung fand im Vorfeld der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt.

Im Festsaal des Landesklinikums Horn stand am 13. Oktober ein Thema auf dem Programm, das häufig verborgen bleibt, aber höchste Aufmerksamkeit im Gesundheitswesen verlangt: Gewalt und deren Folgen. Organisiert wurde die Veranstaltung von DGKP Andreas Zumer, der die Opferschutzgruppe am LK Horn-Allentsteig leitet.

Dr. Amelie Hartig von der Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene (UGB) der Medizinischen Universität Wien sprach vor zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Pflege und Ärzteschaft. Ihr Vortrag trug den Titel „Gewalt hinterlässt Spuren…“.

Forensische Dokumentation und Spurensicherung

Die Referentin beleuchtete verschiedene Gewaltformen und deren Auswirkungen auf die Betroffenen. Zudem präsentierte sie die Leistungen der UGB, die am Zentrum für Gerichtsmedizin angesiedelt ist. Die Einrichtung bietet klinisch-forensische Dokumentation, Fotodokumentation und Spurensicherung an und unterstützt sowohl Opfer als auch medizinisches Fachpersonal.

Besonderes Augenmerk legte Hartig auf die Wichtigkeit einer professionellen und gerichtsfesten Dokumentation von Verletzungen. Beschäftigte im Gesundheitswesen spielen oft eine zentrale Rolle dabei, Gewalt rechtzeitig zu erkennen, Betroffene einfühlsam zu begleiten und sie an passende Unterstützungsangebote zu vermitteln.

Bewusstsein vor internationaler Kampagne

Der Vortrag erhielt zusätzliche Bedeutung durch die nahende internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Diese Initiative läuft jährlich vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Sie will auf verschiedene Formen von Gewalt aufmerksam machen, das Bewusstsein für Opferschutz stärken und Betroffene über Hilfsangebote informieren. Österreich nimmt seit vielen Jahren an dieser weltweiten Aktion teil.

„Mit Veranstaltungen wie diesem Vortrag leistet das Landesklinikum Horn einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für Gewaltprävention und Opferschutz“, erklärt Mag. Elisabeth Klang, MBA, Pflegedirektorin am Landesklinikum Horn-Allentsteig. Die hohe Teilnehmerzahl zeige eindrucksvoll das große Interesse an diesem gesellschaftlich und medizinisch bedeutsamen Thema. Fundiertes Wissen könne dazu beitragen, Betroffene frühzeitig zu erkennen, professionell zu unterstützen und ihnen den Zugang zu weiterführenden Hilfsangeboten zu erleichtern.

Kontakt und Beratung

Die Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene ist unter der Telefonnummer 01 40160 35700 erreichbar. Telefonische Beratung gibt es von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen besteht durchgehende Erreichbarkeit.

Quelle: https://www.landesgesundheitsagentur.at/presse/presseaussendungen/newsdetail/gewalt-hinterlaesst-spuren-vortrag-sensibilisiert-fuer-opferschutz-und-spurensicherung

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