Landtag fordert Schutz für Sandoz-Werk in Kundl

Mona HopfingerMona Hopfinger
Versorgungssicherheit: Europäische Produktion von Medikamenten auf einem Schild, das von Händen gehalten wird, zerbrochene Kette zu Asien.
© Mit KI (Gemini) generiert

ÖVP und SPÖ wollen Europas letzte vollintegrierte Penicillin-Produktion absichern. Ein Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag verlangt eine EU-Antidumping-Untersuchung gegen China. Rund 2.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Am Standort Kundl betreibt Sandoz die einzige vollständig integrierte Penicillin-Fertigung Europas – vom Wirkstoff bis zum fertigen Medikament. Diese strategisch wichtige Produktion wollen VP Tirol und SPÖ Tirol nun per Dringlichkeitsantrag im Landtag absichern. Im Fokus stehen die Versorgungssicherheit für Europa und etwa 2.000 Arbeitsplätze in Tirol.

„Die sichere Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten ist zentral für ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das macht die vollständig integrierte Penicillin-Produktion in Kundl so wichtig. Das wollen wir weiter sicherstellen. Für Europa genauso wie für unser Land“, erklärt VP-Klubobmann Sebastian Kolland.

Unabhängigkeit von China gefordert

Größtmögliche Unabhängigkeit von Importen aus Drittstaaten wie China sei für die Versorgungssicherheit unverzichtbar, betont SP-Wirtschaftssprecher Christian Kovacevic. „Die globalen Umbrüche zeigen: Europa muss auf eigenen Beinen stehen, wichtige Medikamente selbst produzieren können.“ Bisher haben Land und Bund die Kundler Produktion mit rund 50 Millionen Euro gefördert. „Wir unterstützen die heimische Antibiotika-Produktion. Unser Dringlichkeitsantrag setzt diese konsequente Linie fort, um Medikamentenversorgung sicherzustellen und rund 2.000 Arbeitsplätze abzusichern“, so Kovacevic.

Antidumping-Verfahren gegen Volksrepublik

Neben langfristigen Maßnahmen zur Absicherung der europäischen Arzneimittelproduktion fordern die Koalitionsparteien die EU auf, eine Antidumping-Untersuchung gegen China einzuleiten. Hintergrund: Die Einfuhr von Amoxicillin-Wirkstoffen aus der Volksrepublik erfolgt laut Sandoz zu Preisen unterhalb der Produktionskosten. „Die chinesischen Dumpingpreise werfen den Verdacht auf, dass hier mit staatlicher Schützenhilfe die Konkurrenz ausgeschaltet werden soll. Da dürfen und werden wir nicht einfach zuschauen, das gehört aufgeklärt“, sagt Kolland.

Kovacevic fordert Stärke von der EU: „Wir dürfen uns von China nicht in die Abhängigkeit treiben lassen. Der beste Schutz ist Arzneimittel-Produktion auf europäischem Boden. Kundl leistet dafür einen wichtigen Beitrag, der Europa nützt und in Tirol wichtige Arbeitsplätze schafft.“

Einstimmige Zustimmung im Landtag

Am Mittwochvormittag erkannte der Landtag die Dringlichkeit des Antrags einstimmig an – auch die Opposition stimmte zu. „Eine Demokratie lebt von vielfältigen, auch gegensätzlichen Standpunkten. Genauso wichtig ist es, bei wichtigen Themen für unser Land auch mal an einem Strang zu ziehen. Die einstimmige Zuerkennung der Dringlichkeit ist somit auch ein Zeichen für gemeinsame Verantwortung“, erklären Kolland und Kovacevic. Der Antrag wird noch in der laufenden Sitzung behandelt.

Quelle: https://www.spoe-tirol.at/presse/kundl-statt-china-tiroler-antibiotika-produktion-sichern

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