Laser-OP bei Prostata: Klinik Baden gibt Wissen weiter

Mathias FischerMathias Fischer
© Pavel Danilyuk / Pexels (Symbolbild)

Das Landesklinikum Baden-Mödling hat sich auf eine moderne Lasermethode bei gutartiger Prostatavergrößerung spezialisiert. Die Expertise wird nun international weitergegeben – zuletzt an Kollegen aus Kroatien.

Die Urologie im Landesklinikum Baden-Mödling setzt bei sehr großen gutartigen Prostatavergrößerungen auf ein minimalinvasives Laserverfahren, das die offene Schnittoperation ersetzt hat. Das dabei erworbene Fachwissen wird mittlerweile auch im Rahmen eines internationalen Austauschs an Fachkolleginnen und -kollegen vermittelt.

Die sogenannte Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP) wird nur an wenigen Standorten in Österreich angeboten. Dabei kommt ein moderner, leistungsstarker Thulium-YAG-Laser zum Einsatz. Das Verfahren richtet sich vor allem an Patienten mit sehr großen Prostatavergrößerungen und ermöglicht es ihnen, wieder eigenständig Wasser zu lassen – auch wenn sie zuvor auf einen Dauerkatheter angewiesen waren.

Eingriff ohne Hautschnitt

OA Priv. Doz. Dr. Stephan Seklehner erläutert, dass die Operationstechnik vor mehr als vier Jahren am Standort Baden eingeführt und seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Bei sehr großer Prostata habe das minimalinvasive Verfahren die offene Schnittoperation mittlerweile vollständig ersetzt. Der Eingriff erfolge über die Harnröhre und komme ohne Hautschnitt aus. Zudem verkürze diese Methode die Wundheilungsphase und auch die Aufenthaltsdauer im Klinikum.

Kroatische Urologen zu Gast

Da die Laserenukleation eine spezielle Ausbildung mit einer entsprechenden Lernkurve erfordert, spielt die Weitergabe praktischer Erfahrung eine wichtige Rolle. Kürzlich hospitierten Urologen aus Šibenik, Kroatien, am Standort Baden. Dabei erhielten sie Einblicke in die Operationstechnik und konnten praktische Erfahrungen für die zukünftige Einführung der Methode an ihrem eigenen Klinikstandort sammeln.

Abteilungsvorstand Prim. Univ. Doz. Dr. Claus Riedl betont, dass der fachliche Austausch über Klinik- und Landesgrenzen hinweg ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Weiterentwicklung sei. Wenn spezialisiertes Wissen und praktische Erfahrung weitergegeben werden, profitieren davon langfristig vor allem die Patientinnen und Patienten.

Der für die NÖ Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser zeigt sich erfreut, dass die urologische Abteilung des Landesklinikums Baden sich in den vergangenen Jahren eine hohe Expertise auf dem Gebiet der Laseroperation erarbeitet hat. Der fachliche Austausch über Ländergrenzen hinweg stärke nicht nur die medizinische Zusammenarbeit, sondern trage auch dazu bei, moderne Behandlungsmethoden zum Wohle der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln.

Quelle: OTS

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