Lean Management im Gesundheitswesen: Netzwerktreffen in Krems

Am 6. November findet an der Universität für Weiterbildung Krems ein Netzwerktreffen zur Lean Management Initiative im Gesundheitswesen statt. Experten diskutieren, wie sich Lean-Konzepte aus der japanischen Industrie sinnvoll auf Spitäler und Pflegeeinrichtungen übertragen lassen.
Die Lean Management Initiative im Gesundheitswesen (LMIG) lädt am 6. November 2026 von 14 bis 18 Uhr zu einem Netzwerktreffen an die Universität für Weiterbildung Krems. Im Mittelpunkt steht die Frage, was beim Transfer von Lean-Konzepten aus ihrem ursprünglichen Kontext in andere Branchen und Kulturen verloren geht oder gewonnen werden kann.
Lean sei mehr als eine Ansammlung von Methoden, betont die Veranstaltungsankündigung. Es handle sich um eine Grundhaltung: Probleme sollen sichtbar gemacht, gemeinsam gelernt und Mitarbeiter einbezogen werden, um Organisationen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Von Toyota ins Spital
Das Treffen beleuchtet verschiedene Perspektiven der Übertragung: Was war im japanischen Ursprung gemeint? Wie funktioniert der Transfer des Toyota-Produktionssystems in andere Wirtschaftszweige? Und wie lässt sich Lean Thinking sinnvoll in Krankenhäuser, Pflege, Führung und Verwaltungsprozesse im Gesundheitssystem übertragen?
Eine erfolgreiche Übertragung verlange mehr als die bloße Übernahme einzelner Instrumente, heißt es. Entscheidend sei, die zugrunde liegenden Denkweisen zu verstehen und sie so in den jeweiligen Kontext zu übersetzen, dass nachhaltige Verbesserung entstehen könne.
Vier Impulsvorträge
Mari Furukawa-Caspary, Lean-Expertin und japanisch-deutsche Kulturmittlerin, verbindet seit fast 20 Jahren ihre zweisprachige und interkulturelle Erfahrung mit Praxis in Lean und Ganzheitlichen Produktionssystemen.
Mag. Oskar Zettl, Geschäftsführer von Toyota Material Handling Austria, verfügt über 16 Jahre internationale Führungserfahrung bei Bosch, darunter zehn Jahre in China. Der WU-Absolvent versteht Lean Logistics als gelebte Führungs- und Unternehmenskultur.
DGKP Beate Gaber, Stationsleitung des Ambulanzzentrums am Universitätsklinikum Tulln-Klosterneuburg, untersucht in ihrer Masterarbeit, wie sich ein klinisches Verbesserungsprogramm auf Arbeitsabläufe und Mitarbeiter auswirkt.
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Doris Behrens, Universitätsprofessorin an der Universität für Weiterbildung Krems sowie Wellbeing Analytics Lead im NHS Wales, verbindet Mathematik, Operations Research und Gesundheitsforschung, um Gesundheitssysteme evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Podiumsdiskussion mit Klinikchef
Im Anschluss an die Impulsvorträge findet eine Podiumsdiskussion statt. Neben Furukawa-Caspary, Zettl und Behrens nimmt auch Univ.-Prof. Dr. Meinhard Lukas teil, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums sowie Professor für Zivilrecht an der Johannes Kepler Universität Linz. Lukas verbindet als ehemaliger Rektor der JKU juristische Expertise mit langjähriger Führungs- und Gestaltungserfahrung in Wissenschaft und Gesundheitswesen.
Die Moderation übernehmen Nataša Neuhold, MA BA und Priv.-Doz. DDr. Harald Stefanits. Die Veranstaltung findet im Seminarraum U 0.22a statt und wird vom Department für Wirtschaft und Gesundheit organisiert.
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