Legionellen-Fälle in Innsbruck stagnieren bei 23

In Innsbruck wurden heuer 23 Legionellen-Infektionen gemeldet, seit 5. Oktober kam kein neuer Fall hinzu. Tirolweit stieg die Zahl auf 80 Erkrankungen, fünf Menschen starben, so der ORF.
Die Zahl der Legionellen-Infektionen in Innsbruck ist seit mehr als zwei Wochen unverändert. Seit dem 5. Oktober wurde kein neuer Fall registriert, die Gesamtzahl liegt weiterhin bei 23 gemeldeten Erkrankungen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. In ganz Tirol wurden seither zwei weitere Infektionen bekannt.
Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der heurigen Fälle im Bundesland leicht auf 80, wie das Land auf Anfrage des ORF bestätigte. Insgesamt wurden fünf Todesfälle verzeichnet, drei davon nach Angaben des Landes in Innsbruck.
Quellnachweis blieb erfolglos
Laboranalysen von möglichen öffentlichen Quellen im Stadtgebiet ergaben Ergebnisse zur Keimbelastung, ein endgültiger Quellnachweis konnte jedoch nicht erbracht werden. Alle möglichen öffentlichen Quellen wurden identifiziert, beprobt und gereinigt, da die absolute Mehrheit der Fälle auf den privaten Bereich entfällt, erklärte Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck). Seit der Reinigung seien keine neuen Infektionen mehr bekannt.
Konzentration im Osten der Stadt
Die Infektionen in Innsbruck konzentrierten sich auf den Osten der Stadt. Das Gesundheitsamt bat die AGES in Wien um Unterstützung. Mithilfe eines KI-gestützten Programms wurden fünf Anlagen als mögliche Quellen identifiziert. In zwei davon ließen sich hohe Keimzahlen nachweisen.
Legionellen des Serotyps 1, die beim Menschen Lungenentzündungen verursachen können, sind in Proben mit hoher Keimbelastung technisch „sehr schwer“ nachweisbar, hieß es. Das sei auch in diesem Fall nicht gelungen. Ein endgültiger Beweis, welche Anlage möglicherweise Infektionen verursacht hatte, wurde daher nicht erbracht. Nach der Probenentnahme wurden die möglichen Quellen gereinigt.
Pflegeheim mit Filtern ausgestattet
In einem betroffenen Pflegeheim wurden umfassende Maßnahmen umgesetzt. Duschköpfe wurden kurzfristig mit Legionellenfiltern ausgestattet, alle Wasserleitungen thermisch desinfiziert. Zudem wurden die gesamten Sanitärinstallationen überprüft und Personal, Bewohner sowie Angehörige sensibilisiert.
Da die Mehrheit der gemeldeten Infektionen im privaten Bereich zu verorten war, empfahl die Stadt, den Warmwasserboiler auf mindestens 60 Grad Celsius einzustellen. Nach längerer Nutzungspause sollten die Leitungen mehrere Minuten mit heißem Wasser durchgespült werden.
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