Lehramtsstudium in Innsbruck um ein Jahr verkürzt

Mona HopfingerMona Hopfinger
Studium-Illustration zeigt Stufen mit Jahresangaben, Kalender, Bücher, Tablet mit KI und Abschluss-Utensilien
© Mit KI (Gemini) generiert

An der Universität Innsbruck ist am 1. Oktober das reformierte Lehramtsstudium gestartet. Der Bachelor dauert nun drei statt vier Jahre, ein Praxissemester wurde eingeführt und „Deutsch als Zweitsprache“ kann als neue Spezialisierung gewählt werden.

Das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe (Allgemeinbildung) wurde im Verbund LehrerInnenbildung West gemeinsam mit der PH Tirol, der KPH Edith Stein, der PH Vorarlberg und der Universität Mozarteum Salzburg neu entwickelt. Die Inhalte richten sich nach den aktuellen Anforderungen der österreichischen Bildungslandschaft und sollen angehende Lehrpersonen fachlich fundiert und praxisnah auf ihren Beruf vorbereiten.

Für Janette Walde, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Universität Innsbruck, entstehen durch die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise, aktueller Forschung und praxisnaher Ausbildung „ideale Voraussetzungen“ für die Ausbildung künftiger Lehrpersonen. Das neue Studienangebot kopple eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung mit starkem Praxisbezug und rüste gezielt für die vielfältigen Herausforderungen im Klassenzimmer.

Bachelor dauert künftig drei Jahre

Die größte Änderung betrifft die Studiendauer: Der Bachelor umfasst künftig 180 statt bisher 240 ECTS-Punkte und damit drei statt vier Jahre. Das Masterstudium bleibt bei 120 ECTS und damit bei zwei Jahren. Mit der Verkürzung folgt das Lehramtsstudium internationalen Standards, dadurch werden die Abschlüsse vergleichbarer.

Praxissemester im fünften Semester

Das Lehramtsstudium bekommt einen neuen Praxisanteil. Grundlage sind die Erfahrungen mit dem Praxissemester, das die Universität Innsbruck selbst angeregt und eingeführt hat. Auch Rückmeldungen aus den Schulen und von Studierenden fließen ein. Im 5. Semester sind die Studierenden jetzt durchgehend an Schulen im Einsatz. Dabei erleben sie den Unterricht in seiner ganzen Vielfalt. Sie bauen ihre berufliche Handlungskompetenz aus und denken über die Anforderungen des Berufs nach. Am Anfang des Studiums gibt es ein Orientierungspraktikum. Am Ende folgt ein Masterpraktikum zur Vertiefung.

Künstliche Intelligenz und Deutsch als Zweitsprache

Die Curricula passen jetzt zu den aktuellen österreichischen Lehrplänen. Neu dabei sind Themenblöcke, die für Lehrpersonen besonders wichtig sind. Dazu gehören der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Medien, interkulturelle Bildung und Krisenkompetenz. Neu im Angebot ist auch die Spezialisierung Deutsch als Zweitsprache und sprachliche Bildung. Die Spezialisierung Inklusion gibt es schon länger, ihre Inhalte wurden weiterentwickelt. Die Studierenden wählen aus 24 Unterrichtsfächern und zwei Spezialisierungen. Sie nehmen entweder zwei Unterrichtsfächer oder ein Unterrichtsfach und eine Spezialisierung. Ein drittes Fach können sie in einem Erweiterungsstudium belegen.

34 Prozent mehr Interessierte

Das Interesse an dem neuen Lehramtsstudium war heuer groß: Beim Aufnahmetest im Frühjahr 2026 verzeichnete der Verbund LehrerInnenbildung West ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die endgültigen Zahlen der Erstsemestrigen im Wintersemester 2026/27 gibt es Anfang November 2026. Wer sein Lehramtsstudium schon vor dem Wintersemester 2026/27 begonnen hat, darf es in einer Übergangsfrist abschließen. Diese Studierenden können aber auch ins neue Curriculum wechseln.

Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/lehramt-neu-gekurzt-mit-praxissemester-und-neuer-spezialisierung

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