Leiter der Interventionellen Radiologie kündigt

Pia ProdingerPia Prodinger
Kärnten: Zerbrochenes rotes Kreuz, Uhr, Kalender, Ärzte und Stent im OP-Saal
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Leiter der Interventionellen Radiologie in Kärnten hat seine Kündigung eingereicht. Grund sind Personalengpässe aufgrund von Krankenständen im vierköpfigen Ärzteteam, so der ORF.

In der Interventionellen Radiologie sind derzeit vier Ärzte tätig. Wegen angespannter personeller Verhältnisse durch Krankenstände hat der Abteilungsleiter nun gekündigt. Maximilian Miksch, Sprecher der Kärntner Spitalsärzte, erklärt, dass der Betrieb in den kommenden sechs Monaten noch wie gewohnt aufrechterhalten werden soll. Nach Ablauf der Kündigungsfrist drohen jedoch Engpässe, sollte sich die Personalsituation nicht verbessern.

Interventionelle Radiologen behandeln unter anderem Schlaganfälle und lebensbedrohliche Blutungen. Mittels feiner Katheter werden Verengungen in Blutgefäßen geweitet, Stents gesetzt oder Blutungen gestoppt.

Die Ärztekammer fordert die KABEG auf, die interventionell-radiologische Versorgung in Kärnten zu sichern. Die Suche nach Fachkräften gestalte sich schwierig. Miksch zufolge müssten Ärzte vermutlich aus anderen Bundesländern angeworben werden – andernfalls könnten Patienten für bestimmte Therapien in Nachbarbundesländer verlegt werden müssen. Die KABEG kündigte eine Stellungnahme im Laufe des Tages an.

Kritik von FPÖ und Team Kärnten

Die FPÖ Kärnten bezeichnet die Entwicklung als weiteren Schlag für das Gesundheitssystem des Landes. Christoph Staudacher, Gesundheitssprecher der Freiheitlichen, sieht darin ein Alarmsignal für ein massiv angeschlagenes System. Dass ein engagierter Arzt wegen unzureichender Rahmenbedingungen aufgebe, sei besorgniserregend. Der Fachbereich spiele nicht nur bei Notfällen, sondern auch in der Krebsmedizin eine zunehmend wichtige Rolle, so Staudacher.

Das Team Kärnten fordert Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und das KABEG-Management zu sofortigen Gesprächen mit dem Oberarzt auf. Gerhard Köfer, Chef des Team Kärnten, reiht den Fall in eine Serie von verschobenen Operationen, langen Wartezeiten und Personalproblemen ein. Die Landesregierung dürfe dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen – es gehe um Versorgungssicherheit und das Wohl der Patienten.

Quelle: https://kaernten.orf.at/radio/stories/3365399/

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