Leoben setzt auf digitales Straßenmanagementsystem

Die Stadt Leoben nutzt seit März ein digitales System zur Erfassung des Straßenzustands. Ein Smartphone an der Windschutzscheibe von Wirtschaftshof-Fahrzeugen nimmt alle vier Meter ein Bild auf, künstliche Intelligenz analysiert die Aufnahmen.
Die steirische Stadt Leoben hat im März 2026 ein digitales Straßenmanagementsystem in Betrieb genommen. Ziel ist es, Schäden wie Risse oder Schlaglöcher früher zu erkennen und Sanierungen gezielter zu planen. Bisher erfolgte die Zustandserfassung durch laufende Beobachtungen, Meldungen von Bürgern und externe Befahrungen.
Smartphone erfasst Straßenzustand automatisch
Das System funktioniert mit einem Smartphone, das an der Windschutzscheibe eines Fahrzeugs des Wirtschaftshofes befestigt wird. Die Erfassung erfolgt hauptsächlich während der regulären Künettenaufsicht. Bei Bedarf werden einzelne Straßenabschnitte gezielt befahren.
Der Fahrer startet die Aufnahme und beendet sie wieder. Während der Fahrt kann er Kommentare sprechen. Alle vier Meter macht das System ein Foto von der Straße. Eine künstliche Intelligenz sieht sich die Fotos an. Sie teilt den Zustand der Straße sachlich in Klassen ein. Mit diesen Daten plant man, wann Straßen erhalten oder saniert werden müssen.
Das System kann rund 130 Kilometer Straßen und Radwege erfassen. Straßen ohne feste Oberfläche, etwa Schotterstraßen, kann es nicht beurteilen.
Entscheidungen treffen Menschen
Die künstliche Intelligenz liefert eine objektive Datengrundlage, entscheidet aber nicht über Sanierungen. Erkennt das System einen gravierenden Mangel, wird dieser vom Referat Facility Management und Tiefbau der Stadt Leoben fachlich bewertet. Erst danach werden gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet.
„Gute Straßen und Radwege sind etwas, das wir täglich brauchen. Mit dem neuen System bekommen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen laufend aktuellen Überblick und können notwendige Maßnahmen auf einer besseren Datengrundlage planen. Entscheidend ist für mich, dass wir moderne Technik dort einsetzen, wo sie für die Menschen einen konkreten Nutzen bringt“, sagt Bürgermeister Kurt Wallner.
Erfassung des öffentlichen Inventars
Die Anwendung kann mehr als nur Fahrbahnen beurteilen. Schrittweise entsteht ein digitaler Überblick über das Inventar des öffentlichen Raumes – etwa über Mülleimer, Sitzbänke oder Straßenschilder. Das System ermöglicht eine zentrale, georeferenzierte Erfassung und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen.
Man kann die Anwendung auch für Aufträge innerhalb der Verwaltung nutzen. Schäden oder Mängel lassen sich einem genauen Ort zuordnen und festhalten. Danach kann man sie in die nächsten Arbeitsschritte weitergeben. Vom Entdecken eines Problems bis zur Reparatur soll der Weg klarer und schneller werden.
Bürgermeldungen bleiben möglich
Die Menschen in Leoben können Schäden weiter direkt bei der Stadt melden. Das digitale Straßenmanagement ersetzt diese Meldungen nicht. Es ergänzt sie. Das System prüft die Straßen regelmäßig und nach einem festen Plan. So findet man auch Schäden, die noch niemand gemeldet hat.
Datenschutz berücksichtigt
Weil bei den Befahrungen Bilder des öffentlichen Raumes entstehen, wurde der Datenschutz im Vorfeld berücksichtigt. Wenn zufällig Personen oder Autokennzeichen auf den Bildern zu sehen sind, werden sie automatisch unkenntlich gemacht. Das Smartphone speichert die Bilder verschlüsselt. Auch bei der Übertragung sind sie verschlüsselt. Danach macht ein Programm die Aufnahmen anonym. Die ursprünglichen Bilder ohne Schutz werden gelöscht.
Auf lange Sicht soll die laufende Erfassung des Straßenzustands die Arbeit leichter machen. Mit besseren Daten kann man die Erhaltung der Straßen früher planen. Schäden fallen früh auf, bevor eine große Sanierung nötig wird.
Quelle: https://www.leoben.at/press_release/digitales-strassenmanagement
Worüber spricht Leoben?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.