Leoncillo-Ausstellung in Mailand zeigt 40 Jahre Keramikkunst

Pia ProdingerPia Prodinger
© Atelier Buch Katz, Laura Wilson, Maria Teresa Muraro

Von Mitte September bis Mitte November präsentiert der Palazzo Belgioioso in Mailand die erste Einzelausstellung des Künstlers Leoncillo in der Galerie. Die Schau vereint Skulpturen und Papierarbeiten aus vier Jahrzehnten künstlerischer Arbeit.

Die Ausstellung "Perché più bruci" läuft vom 16. September bis 14. November im Palazzo Belgioioso. Organisiert wird sie von der Galerie gemeinsam mit der Fondazione Leoncillo. Für die Kuration zeichnen Lorenzo Fiorucci, Alberto Salvadori und Azalea Seratoni verantwortlich.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Beziehung zwischen Natur, Geste und der Verwandlung von Material. Die Schau umfasst rund 40 Jahre künstlerischer Tätigkeit und bringt Skulpturen sowie Arbeiten auf Papier zusammen, die die Entwicklung einer Formensprache nachzeichnen. Diese machte Keramik zu einem vollständig zeitgenössischen Medium.

Konstanten statt Chronologie

Statt einer chronologischen Rekonstruktion identifiziert das Projekt bestimmte Konstanten in Leoncillos Forschung. Hervorgehoben wird die Kontinuität einer Denkweise, die sich schrittweise von der Figuration hin zu einer stark organischen Form der Abstraktion bewegt.

Der Ausstellungstitel "Perché più bruci" verweist auf die anhaltende Spannung zwischen Zerstörung und Erneuerung. Das Feuer, ein für die Keramik unverzichtbares Element, wird zur Metapher für den kreativen Prozess selbst. In diesem wird die Materie einer unumkehrbaren Transformation unterzogen. Es handelt sich um eine Poetik, die in der scheinbaren Zerbrechlichkeit von Terrakotta eine außergewöhnliche Fähigkeit zum expressiven Widerstand findet.

Wachsende Aufmerksamkeit für Leoncillos Werk

In den vergangenen Jahren war Leoncillos Werk Gegenstand wachsender kritischer und musealer Aufmerksamkeit. Dies festigt seine Rolle unter den Protagonisten der italienischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts.

Die Mailänder Ausstellung ist Teil dieses Prozesses der Neubewertung. Sie schlägt einen Interpretationsschlüssel vor, der sich nicht so sehr auf die stilistische Entwicklung des Künstlers konzentriert, sondern auf die Konsistenz eines Forschungskörpers. Dieser entwickelte sich rund um die Beziehung zwischen Natur, Geste und Materie.

Quelle: https://ropac.net/news/3102-leoncillo.-perche-piu-bruci-a-milan-exhibition-spans-40-years-of-research

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