Letzte Lücken im Hochwasserschutz werden geschlossen

Seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 wurden an der Donau 62 Hochwasserschutzprojekte realisiert. Nun sollen die verbleibenden Lücken geschlossen werden, so der ORF.
An der Donau werden die letzten Lücken im Hochwasserschutz geschlossen. Das betonten Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) bei einem Pressetermin in der Wachau. Seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 wurden entlang des Stroms bereits 62 Hochwasserschutzprojekte umgesetzt.
Aktuell laufen Arbeiten in Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck an der Leitha), Melk, Neustadtl an der Donau (Bezirk Amstetten) und Krems-Stein. Pernkopf erklärte, in diesen Gebieten habe es wiederholt Überflutungen gegeben. Seit 2002 seien Schäden von über zwei Milliarden Euro entstanden. Dort, wo bereits Hochwasserschutz vorhanden gewesen sei, habe dieser zu 100 Prozent gewirkt.
Auenwildnis Wachau als Vorzeigebeispiel
Neben baulichen Maßnahmen spielt auch die Renaturierung eine wichtige Rolle. Als Beispiel dient das Projekt „Auenwildnis Wachau“. Zwischen 2015 und 2022 wurden zwischen Rührsdorf und Rossatz (beide Bezirk Krems) am Donaubogen Gewässer verbunden, das Ufer zurückgebaut und der Auwald aufgeforstet.
Diese ökologischen Maßnahmen hätten sich sowohl für den Hochwasserschutz als auch für Natur- und Artenschutz ausgezahlt, erklärte Helmut Habersack, Leiter des Instituts für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien. Er verwies auf einen Nebenarm, der wellenschlaggeschützt sei und nun Laichplätze biete, die zuvor nicht bekannt gewesen seien. Zudem seien Rückzugsbereiche bei Hochwasser entstanden.
Wenn sich das Wasser bei Hochwasser stärker in die Breite verteilen könne, sinke der Pegel, so Habersack. Das verringere die Hochwassergefahr.
Weitere Projekte in Umsetzung
Derzeit werden drei weitere Renaturierungsprojekte umgesetzt: an der Donau in Schallemmersdorf (Bezirk Melk), an der Pielach und an der Leitha. Ein weiteres Projekt an der Großen Tulln befinde sich in Vorbereitung, informierte Pernkopf.
Rund 3,9 Millionen Euro flossen in das EU-geförderte Projekt in der Wachau. Auch künftig soll entlang der Donau weiter in Renaturierungsmaßnahmen investiert werden, kündigte Hanke an. Im Doppelbudget für 2027 und 2028 seien bei laufenden Projekten keine Kürzungen vorgesehen.
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