Levski Sofia: Acht Fakten vor dem Europa-League-Spiel

Pia ProdingerPia Prodinger
Fußballspieler Hristo Bonev mit Blumenstrauß im Stadion im bulgarischen Plowdiw
© redbullsalzburg.at

In der UEFA Europa League steht für ein österreichisches Team die Auswärtspartie gegen Levski Sofia an. Der bulgarische Traditionsklub blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – von Europapokal-Rekorden bis zu politisch erzwungenen Namenswechseln.

Zum Auftakt der UEFA Europa League wartet auf ein österreichisches Fußballteam eine Reise nach Bulgarien. Im Wassil Lewski-Nationalstadion trifft man auf den bulgarischen Spitzenklub Levski Sofia. Acht Fakten rund um den Gegner im Überblick.

Vereinsikone Georgi Asparuhov

Die größte Legende des Klubs ist Georgi Asparuhov. Der Stürmer gehörte in den 1960er-Jahren zu den gefährlichsten Angreifern Europas und erreichte 1965 bei der Wahl zum Ballon d'Or den achten Platz. Europäische Spitzenklubs wie der AC Mailand versuchten ihn mit Rekordgagen zu verpflichten, doch das damalige Regime verhinderte einen Transfer in den Westen. Nach seinem tödlichen Unfall im Alter von 28 Jahren wurde die Heimspielstätte von Levski nach ihm benannt – das Stadion erfüllt allerdings nicht die UEFA-Anforderungen.

Sofia: Jahrtausendealte Stadt am Gebirge

Die bulgarische Hauptstadt zählt heute rund 1,3 Millionen Einwohner und hat eine jahrtausendealte Geschichte. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung vor mehr als 5.000 Jahren, neuere Entdeckungen weisen sogar auf steinzeitliche Spuren vor etwa 8.000 Jahren hin. Das macht Sofia zu einem der ältesten durchgehend bewohnten Orte Europas. Die Stadt liegt direkt am Fuß des Witoscha-Gebirges, das fast 2.300 Meter hoch ist.

Meistertitel und nie abgestiegen

Seit Einführung der nationalen Liga im Jahr 1937 ist Levski noch nie abgestiegen. In den 1930er- und 1940er-Jahren dominierte der Verein die Meisterschaft, um die Jahrtausendwende folgte eine weitere Erfolgsserie. Nach langer Durststrecke holte Levski im Mai 2026 erstmals seit 17 Jahren wieder die bulgarische Meisterschaft. Insgesamt stehen 27 Meistertitel und 26 Pokalsiege zu Buche.

Erste Bulgaren in der Champions-League-Gruppenphase

In der Saison 2006/07 schrieb Levski Geschichte und qualifizierte sich als erstes bulgarisches Team für die Gruppenphase der UEFA Champions League. Die Auslosung bescherte eine schwere Gruppe mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und Werder Bremen. Die Bulgaren blieben in allen sechs Spielen ohne Punkt und erzielten beim 1:3 gegen Chelsea ihr einziges Tor der gesamten Gruppenphase.

Europapokal-Rekord mit 22 Toren

Im Europapokal der Pokalsieger 1976 besiegte Levski den finnischen Vertreter Lahden Reipas mit 12:2 und 7:1. Insgesamt 22 Treffer und ein Gesamtergebnis von 19:3 bedeuteten einen Rekord für die torreichste K.o.-Runde in einem europäischen Vereinswettbewerb. Im selben Jahr gewann Levski zu Hause gegen den FC Barcelona mit 5:4 – schied aber dennoch aus.

Namenspatron und „Blaue Löwen“

Der Klub wurde 1914 von Gymnasiasten gegründet und nach Vasil Levski benannt. Der Freiheitskämpfer gilt in Bulgarien als verehrter Nationalheld, weshalb der Verein den Beinamen „Mannschaft des Volkes“ trägt. Der populäre Kosename „Blaue Löwen“ leitet sich vom bulgarischen Wort für Löwe ab – Levski wurde der Revolutionär wegen seines löwenhaften Mutes genannt. Zusammen mit den blauen Vereinstrikots entstand so das Markenzeichen des Klubs.

Politisch erzwungene Umbenennungen

Unter dem sozialistischen Regime musste der Verein mehrfach seinen Namen ändern. Zeitweise trat die Mannschaft als Dinamo Sofia auf, in den 1980er-Jahren als Vitosha Sofia. Erst nach der politischen Wende in den 1990ern kehrte der ursprüngliche Vereinsname zurück.

Derby-Niederlage im Supercup

Die Duelle gegen Erzrivalen ZSKA Sofia prägen den nationalen Alltag. Das traditionsreiche Aufeinandertreffen gilt wegen der hitzigen Stimmung als eines der intensivsten Derbys in Südosteuropa. In der Gesamtwertung führt Levski mit 87 Siegen in 224 Derbys (61 Remis, 76 Niederlagen) knapp. Vergangenen Mittwoch verlor Levski im nationalen Supercup allerdings mit 2:4. Der Marktwert des Levski-Kaders beträgt 45,25 Millionen Euro.

Quelle: https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/analyse/gegnercheck-levski-sofia-portraet-2026-27

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