Linz bei Finanzbelastung pro Kopf vor allen Landeshauptstädten

Die oberösterreichische Landeshauptstadt weist laut einer KDZ-Auswertung mit 1.284,6 Euro pro Einwohner die höchste Belastung durch Umlagen und Transferzahlungen auf. Graz liegt mit 477,8 Euro am niedrigsten, so der ORF.
Eine am Freitag präsentierte Auswertung des KDZ zeigt, dass Linz mit 1.284,6 Euro je Einwohner deutlich an der Spitze liegt. Klagenfurt folgt mit 1.015,5 Euro, Innsbruck mit 997 Euro. Den niedrigsten Wert verzeichnet Graz mit 477,8 Euro pro Kopf.
Die Auswertung stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2024. Einbezogen wurden zentrale Umlagen und Transfers wie die Sozialhilfeumlage, die Krankenanstaltenumlage sowie die Landesumlage. Für die Vergleichbarkeit wurde in Linz und Graz auch der Aufwand als Sozialhilfeverband miteingerechnet, wie die Stadt Linz mitteilt.
Deutlicher Anstieg seit 2020
Die finanzielle Belastung der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. Im Jahr 2020 lag die Pro-Kopf-Belastung noch bei 977,8 Euro. Für 2026 wird bereits ein Wert von 1.441,1 Euro prognostiziert, für 2027 rund 1.485 Euro.
Gegenhuber spricht von einer strukturellen Schieflage. Es sei ungerecht, dass die Linzer Bevölkerung im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten derart stark belastet werde. Der Finanzstadtrat verlangt einen „unabhängig besetzten Weisenrat“, der Vorschläge für eine Neugestaltung des inneroberösterreichischen Finanzausgleichs entwickeln soll.
Der Stadtrat verweist außerdem auf den Gemeindefinanzbericht 2026 des KDZ. Darin stelle das Zentrum fest, dass Städte und Gemeinden die Ziele des Stabilitätspakts ohne Strukturreformen von Bund und Ländern nicht erreichen könnten. Als Hauptursache für die negative Entwicklung der Gemeindefinanzen gilt die Umlagenproblematik.
ÖVP fordert Auseinandersetzung mit eigener Finanzlage
Kritik an den Aussagen kommt von Margit Angerlehner (ÖVP), Klubobfrau im oberösterreichischen Landtag. Die Stadt Linz solle sich „zuerst ehrlich mit ihrer eigenen Finanzsituation auseinandersetzen und nicht ständig neue Schuldzuweisungen an das Land richten“, so ihre Erklärung.
Zunehmend habe sich Linz in den vergangenen Jahren aus der gemeinsamen Finanzierung wichtiger Projekte zurückgezogen, so Angerlehner, die auch als Bürgermeisterin von Oftering im Bezirk Linz-Land amtiert. Diese Ausfälle habe das Land kompensieren müssen.
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