Linz: Post City wird zur größten Street-Art-Fläche

Auf fast 150 Meter Breite und bis zu 15 Meter Höhe gestalten internationale Künstlerinnen und Künstler derzeit die Fassade des ehemaligen Postverteilzentrums in Linz. Vier großflächige Werke entstehen auf mehr als 2.700 Quadratmetern, so der ORF.
Am früheren Postverteilzentrum in Linz entsteht derzeit nach Angaben der Österreichischen Post AG das größte Street-Art-Ensemble Österreichs. Internationale Künstlerinnen und Künstler arbeiten dort mit Farbe und Sprühdose an einer Fläche von fast 150 Meter Breite und bis zu 15 Meter Höhe.
Insgesamt werden vier großflächige Werke auf mehr als 2.700 Quadratmetern Fassade realisiert. Das Projekt wird vom Wiener Street-Art-Festival Calle Libre organisiert. Ein Großteil der Arbeiten erfolgt in luftiger Höhe, wobei die Künstlerinnen und Künstler mit Hebebühnen an die vom Boden aus nicht erreichbaren Stellen gelangen. Die Motive wachsen über mehrere Tage hinweg Stück für Stück über die Wände.
Kunst im öffentlichen Raum statt Museum
Calle Libre bringt Kunst bewusst in den öffentlichen Raum – sichtbar und frei zugänglich statt hinter Museumsmauern, mit der Post-City-Fassade mitten in Linz als besonderer Fläche.
„Adressing Tomorrow“ lautet das Leitmotiv der weithin sichtbaren Bilder, die sich thematisch um Natur und Technologie drehen. Wie Calle-Libre-Kurator Jakob Kattner berichtet, ließ sich Künstler Manuel Skirt bei seinem Werk von klassischen Bauernbildern inspirieren. Auch florale Motive prägen mehrere der Arbeiten.
Zusätzlich gestaltet wurde der Uhrturm des Gebäudes mit bunten Lichtringen, die sich zwischen 18 und 24 Uhr per App steuern lassen – Nutzerinnen und Nutzer können damit Farben wechseln oder die Lichtanimation verändern.
Ehemaliges Logistikzentrum im Wandel
2014 verlegte die Post ihr früheres Logistikzentrum nach Allhaming im Bezirk Linz-Land. Seither dient das Areal immer wieder als Veranstaltungsort, unter anderem für das Ars Electronica Festival.
Zwischen Hauptbahnhof und A26-Baustelle soll künftig ein Mix aus Gewerbe, Handel, Hotel und Wohnen entstehen – die genaue Nutzung legt Post-Chef Walter Oblin laut eigenen Angaben in ein bis zwei Jahren fest.
Bis dahin übernimmt das frühere Verteilzentrum noch einmal eine völlig andere Funktion: Wo jahrzehntelang Briefe und Pakete ihren Weg durch Linz nahmen, hinterlassen nun Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ihre Spuren.
Festival mit Workshops und Musikprogramm
Parallel zur Fassadengestaltung findet am Freitag und Samstag das Calle Libre Festival statt: Besucherinnen und Besucher können die Kunstwerke besichtigen und selbst kreativ werden. Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops, eine Siebdruckstation, Führungen sowie Musik.
Passend zum Motto „Adressing Tomorrow“ liegen zudem Postkarten auf, die Besucherinnen und Besucher an ihr eigenes zukünftiges Ich adressieren können – die Post will sie in einem halben Jahr zustellen.
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