Linzer Eisenbahnbrücke endgültig eingeschmolzen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Schmelzofen gießt Metall, daneben ein Brückenteil und ein Werkstück mit Schild "Museumsstück HTL Recycling 2025"
© Mit KI (Gemini) generiert

Zehn Jahre nach dem Abriss wurden die Stahlteile der historischen Linzer Eisenbahnbrücke Ende 2025 im Hochofen der Voest recycelt. Alle Pläne für eine Nachnutzung waren zuvor gescheitert, so der ORF.

Die Linz AG hat bestätigt, dass die eingelagerten Teile der alten Eisenbahnbrücke Ende 2025 im Hochofen der Voest recycelt wurden. Aus dem historischen Stahl sei neuer hochwertiger Stahl erzeugt worden, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Die Stahlbögen waren jahrelang am Hafengelände zwischengelagert worden. Jedes der einzelnen Stücke wog rund zehn Tonnen. Die Lagerfläche wird mittlerweile anderweitig genutzt.

Ideenwettbewerb blieb ohne Erfolg

Schon 2015 hatte die Linz AG einen Wettbewerb gestartet, um Ideen für eine weitere Nutzung zu finden. Gesucht wurden Projekte, die Teile der alten Brücke erhalten sollten. Gewonnen hatte das Projekt „Floating Garden“ – eine schwimmende Plattform auf der Donau mit einem Brückenbogen darin. Umgesetzt wurde es aber nie.

Als Grund nennt die Linz AG unter anderem, dass die Stahlteile mit Schadstoffen belastet waren. Der Korrosionsschutz der Bögen enthielt Blei und Cadmium. Die alte Beschichtung zu entfernen und neu zu schützen, wäre teuer gewesen – die Kosten hätten mögliche Nachnutzer selbst tragen müssen. Von Anfang an war klar, dass die Finanzierung von Dritten kommen musste.

Laut Linz AG scheiterten alle Ideen entweder an den Kosten, an der Größe der Stahlbögen oder an der Schadstoffbelastung. Auch kleinere Vorschläge, etwa ein verkleinertes Erinnerungsstück im Maßstab 1:10, überzeugten nicht.

Kritik an Zerlegung der Brücke

Der LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik übte scharfe Kritik am Umgang mit dem historischen Bauwerk. Schon beim Abriss war er dagegen gewesen und hatte gefordert, das Bauwerk weiter zu nutzen. Im Gespräch mit dem ORF kritisierte er vor allem, dass die Konstruktion zerlegt wurde.

„Dieses Zerlegen oder Zerschneiden ist so grob und so lieblos und fachmännisch falsch passiert, dass eigentlich jedem, der sich damit ernsthaft beschäftigt hat, klar war, damit kann man nichts mehr machen“, sagte Potocnik.

Er erinnerte an die frühere politische Debatte über den Erhalt der Brücke. Schon vor der Volksbefragung seien Ideen vorgestellt worden, wie man Teile des Bauwerks weiterverwenden könnte. Es sei immer versprochen worden, dass mit den Teilen etwas gemacht werde. Dass diese nun verschwunden seien, hätten viele nicht verstanden.

Einzelne Teile an HTL übergeben

Zumindest einzelne Brückenteile bleiben erhalten: Die Linz AG stellte für ein Projekt der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Paul-Hahn-Straße gereinigte Kleinteile mit abgestrahlter Beschichtung zur Verfügung. Ein weiteres gereinigtes Erinnerungsstück soll an einen weiteren Interessenten gehen.

Drei Brückenelemente gingen bereits an die HTL – die Übergabe hatte Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) im Sommer bestätigt. Die historischen Bauteile sollen dort erhalten bleiben und praktisch zum Einsatz kommen.

Offen ist noch, wie die Elemente künftig genau genutzt werden. Nähere Details will die Stadt im Herbst präsentieren.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3368694/

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