Lohnnebenkosten sinken ab 2028: 363 Millionen für NÖ

Mathias FischerMathias Fischer
Wirtschaftswachstum mit 363 Mio. Euro und 1600 Jobs, Lastenentlastung für Österreich
© Mit KI (Gemini) generiert

Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 bringt niederösterreichischen Unternehmen eine jährliche Entlastung von rund 363 Millionen Euro. Laut Wirtschaftskammer könnten dadurch rund 1.600 neue Arbeitsplätze entstehen.

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, bezeichnet die ab 2028 geplante Reduktion der Lohnnebenkosten als überfälligen Schritt. Die Maßnahme mache Arbeit günstiger, erhöhe die Attraktivität von Investitionen und stärke die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Angesichts hoher Kosten für Personal, Energie und Finanzierung schaffe die Entlastung mehr Raum für Investitionen, Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum.

363 Millionen Euro Entlastung für niederösterreichische Betriebe

Die Auswirkungen für Niederösterreich sind beträchtlich: Die Unternehmen im Bundesland werden pro Jahr um etwa 363 Millionen Euro entlastet. Davon entfallen circa 231 Millionen Euro auf Betriebe der gewerblichen Wirtschaft. Berechnungen zufolge könnten dadurch etwa 1.600 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaftsleistung um rund 190 Millionen Euro gesteigert werden.

Besonders für kleine und mittlere Unternehmen sei jeder Euro entscheidend, betont Ecker. Zusätzlicher finanzieller Spielraum bestimme oft darüber, ob investiert, ein neuer Mitarbeiter eingestellt oder ein Lehrling ausgebildet werde. Die Senkung sei daher mehr als eine Entlastung auf dem Papier – sie schaffe konkrete Impulse für Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit.

Praxisbeispiele verdeutlichen die Auswirkungen:

  • Ein Handwerksbetrieb mit zehn Beschäftigten und einem durchschnittlichen Bruttolohn von 2.700 Euro spart künftig rund 3.800 Euro jährlich.
  • Ein Industriebetrieb mit 100 Beschäftigten wird bei einem durchschnittlichen Bruttolohn von 3.500 Euro jährlich um rund 500.000 Euro entlastet.

Warnung vor neuen Belastungen

Die Richtung stimme, so Ecker, doch dürfe die Entlastung nicht durch neue Belastungen wieder aufgehoben werden. Wenn die Gegenfinanzierung zusätzliche Kosten für die Betriebe verursache, werde ein Teil der positiven Wirkung zunichtegemacht. Das Ziel müsse eine nachhaltige Entlastung des Faktors Arbeit sein – ohne neue Belastungen an anderer Stelle.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage benötige Österreich konsequent wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die Senkung der Lohnnebenkosten sei ein wichtiger erster Schritt. Weitere Maßnahmen müssten folgen – von Bürokratieabbau über leistbare Energie bis hin zu weiteren Entlastungen. Nur so könne der Standort nachhaltig gestärkt und Wachstum sowie Beschäftigung gesichert werden.

Quelle: OTS

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