Love-Scam: Viele verlieren Herz und Geld

Pia ProdingerPia Prodinger
Mann tippt auf Laptop, im Bildschirm lächelnde Frau mit weißem Hemd
© Andrey Popov

Mehr als zwei Drittel der über 40-Jährigen und 41 Prozent der unter 30-Jährigen nutzen Online-Plattformen für die Partnersuche. Doch die Gefahr durch Betrüger ist groß, warnt der Opferschutzverein weißer Ring, so der ORF.

Die Suche nach einem Partner oder einer Partnerin findet heute überwiegend im Internet statt. 41 Prozent der unter 30-Jährigen sind auf Dating-Börsen aktiv, bei den über 40-Jährigen sind es bereits mehr als zwei Drittel. Doch diese Plattformen bergen erhebliche Gefahren.

Susanne Kammerhofer vom Opferschutzverein weißer Ring warnt: „Leider sind das Plattformen, wo sich auch viele Betrüger immer wieder tummeln – und auch Betrügerinnen“. Die Fälle nehmen nicht ab. Viele Betroffene verlieren nicht nur ihr Herz, sondern auch erhebliche Geldsummen.

Angehörige schlagen Alarm

Der weiße Ring wird häufig erst spät eingeschaltet. Oft melden sich zunächst verzweifelte Angehörige. Sie berichten von Müttern oder Vätern, die bereits hunderttausende Euro an offensichtliche Betrüger überwiesen haben, ohne die Täuschung zu erkennen.

Laut Kammerhofer fallen Menschen aus allen Bildungsschichten auf sogenannte Love-Scams herein – Männer ebenso häufig wie Frauen. Die Erkenntnis kommt meist zu spät, Betroffene schämen sich. Die Folgen sind gravierend: „Es gibt Forschungen, die zeigen, dass die Auswirkungen von Love-Scam ganz ähnlich sind wie bei vielen anderen wirklich schweren Verbrechen mit Körperverletzungen“, so Kammerhofer. Die Traumatisierung kann jahrelang anhalten.

Täter kaum zu fassen

Verurteilungen oder Strafen sind äußerst selten. Auch Schmerzensgeldforderungen bleiben meist erfolglos. Hinter dem vermeintlich attraktiven Profil verbirgt sich oft eine korrupte Organisation: „Meist sitzen die Täter/Täterinnen irgendwo im Ausland und können gar nicht ausgeforscht werden. Dass es da zu Urteilen kommt, ist leider extrem selten“, erklärt Kammerhofer.

Genaue Zahlen zu Betrügereien auf Dating-Plattformen existieren laut Justizministerium nicht, da alle Fälle unter die allgemeine Straftat des Betruges fallen.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3363940/

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