Low-Tech-Sanierung: Vortrag in Mauerbach zeigt einfache Wege

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Wie Gebäudesanierung wieder leistbar und unkompliziert werden kann, zeigt eine Veranstaltung am 28. Jänner 2027 in der Kartause Mauerbach. Drei Experten präsentieren Ansätze, die auf traditionelles Handwerk und einfache Lösungen setzen.

Sanieren ist in den vergangenen Jahren immer aufwändiger geworden. Hohe technische Anforderungen, komplexe Haustechnik und steigende Materialpreise führen dazu, dass viele Eigentümer Sanierungen aufschieben oder ganz darauf verzichten. Dabei liegt im Gebäudebestand ein wesentlicher Schlüssel für eine ressourcenschonende Zukunft.

Um die Sanierungsrate zu steigern und leerstehende Gebäude wieder nutzbar zu machen, braucht es unkompliziertere, leistbare und zugängliche Lösungen. Hier setzt das Konzept des „Einfachen Sanierens“ an: Es verbindet Forschungswissen und zeitgenössische Architektur mit Erfahrungen aus Denkmalpflege und traditionellem Handwerk.

Drei Experten, drei Zugänge

Bei der von ORTE organisierten Veranstaltung am 28. Jänner 2027 von 16 bis 19.30 Uhr in der Kartause Mauerbach sprechen drei Fachleute über ihre Ansätze:

Anne Niemann aus München forscht seit Jahren gemeinsam mit Architekt Florian Nagler zum „Einfachen Bauen“. Im Zentrum stehen robuste, materialsparende Lösungen mit geringem technischem Aufwand. Die Prinzipien wurden zuletzt auf Bestandsgebäude übertragen – mit dem Ergebnis, dass auch bei Sanierungen deutliche CO₂-Reduktionen möglich sind, ohne immer komplexere Systeme einzusetzen.

Johanna Digruber aus Wien und Mitterbach hat mehrere Sanierungsprojekte realisiert und das Pilotprojekt „Handwerk & Baukultur“ initiiert. Sie spricht über die Zusammenhänge von Sanierung, Handwerk und Baukultur: Wie erkennt man Qualitäten von Bestandsgebäuden? Welche Maßnahmen sind für sensibles Umbauen nötig? Welche Rolle spielen Handwerker, Eigentümer und Architekten?

Karl Stingl, seit über 25 Jahren am Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege (IWBZ) des Bundesdenkmalamts in Mauerbach tätig, stellt Praxisbeispiele vor. Er zeigt, wie sich Feuchtigkeit, Wärme-, Schall- und Brandschutz mit einfachen Lösungen bewältigen lassen. Auch richtige Pflege und Wartung sind entscheidend für die Langlebigkeit eines Gebäudes.

Denkmalpflege als Vorbild

Die Denkmalpflege verfügt über großen Erfahrungsschatz im Umgang mit Bestandsgebäuden. Reparieren statt Ersetzen, Weiterverwenden statt Wegwerfen, der Einsatz bewährter regionaler Materialien und handwerklicher Techniken gehören seit jeher dazu. Dieses Wissen gewinnt angesichts aktueller Herausforderungen neue Bedeutung – weit über den Denkmalschutz hinaus.

ORTE kooperiert bei der Veranstaltung mit dem IWBZ-Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach, wo seit über 40 Jahren Wissen um historische Handwerkstechniken und Baumaterialien erforscht und in Kursen weitergegeben wird. Leiterin Astrid Huber-Reichl bietet eine Führung durch die Kartause mit Schwerpunkt traditionelle Handwerkstechniken an.

Programm

Ab 16 Uhr können Besucher ankommen und die Sammlungen besichtigen. Um 17 Uhr folgen Begrüßung und die drei Vorträge. Von 18.50 bis 19.30 Uhr ist Zeit für Gespräch und Diskussion mit dem Publikum.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei der Veranstaltung werden Fotos für Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation gemacht.

Quelle: https://orte-noe.at/programm/wenns-einfach-geht

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