Lungenkrebsversorgung in Österreich

Mona HopfingerMona Hopfinger
Datenanalyse Lunge Wien mit Qualitätsfortschritt und medizinischer Exzellenz
© Mit KI (Gemini) generiert

Beim dritten LALUCA Forum in Wien diskutierten Mediziner, Wissenschaftler und Patientenvertreter über die Qualität der Lungenkrebsversorgung.

Die Forschungsplattform LALUCA (Longitudinal Analysis of Lung Cancer Data) lud zum dritten Mal nach Wien, um über die Zukunft der Lungenkrebsmedizin zu sprechen. Vertreter aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Patientenorganisationen erörterten, wie sich die Betreuung von Lungenkrebspatienten in Österreich weiter verbessern lässt.

Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass medizinische Fortschritte allein nicht genügen. Innovationen müssten strukturiert in die Praxis überführt und ihre Wirkung messbar gemacht werden. Diskutiert wurden Qualitätssicherung, Transparenz von Versorgungsdaten und die nachhaltige Weiterentwicklung bestehender Strukturen.

Genetische Tumoruntersuchung bei 92 Prozent der Patienten

Arschang Valipour von der Klinik Floridsdorf präsentierte eine aktuelle Auswertung aus dem LALUCA-Register. Sie belegt eine hohe Versorgungsqualität bei Lungenkrebspatienten im Wiener Gesundheitsverbund. Die Qualitätsindikatoren erfassen die Umsetzung medizinischer Empfehlungen und ermöglichen Vergleiche mit spezialisierten Zentren.

Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium wurde bei rund 92 Prozent der Betroffenen der Tumor umfassend auf genetische Veränderungen untersucht. Dieser Wert liegt deutlich über der Zielvorgabe der Deutschen Krebsgesellschaft von 75 Prozent und dem deutschen Vergleichswert von 79 Prozent. Auch zielgerichtete Medikamente kamen nahezu durchgehend zum Einsatz.

In frühen Krankheitsstadien erhielten 98 Prozent der erfassten Patienten nach vollständiger Tumorentfernung eine Untersuchung auf die EGFR-Mutation. Von jenen in frühen Stadien, die nicht operiert werden konnten, erhielten 83 Prozent eine strahlentherapeutische Behandlung.

Die Ergebnisse müssen laut den Forschern im Zusammenhang mit der individuellen Situation bewertet werden. Eingeschränkte körperliche Belastbarkeit, Begleiterkrankungen oder die Ablehnung einer Behandlung können begründen, weshalb bestimmte Therapieempfehlungen nicht umgesetzt werden.

Patientenvertreter fordern mehr Einbindung

Bei der Podiumsdiskussion unter der Moderation von Georg-Christian Funk von der Klinik Ottakring diskutierten Fachleute über die Anforderungen einer zukunftsfähigen Versorgung. Einigkeit bestand darin, dass transparente Qualitätsindikatoren, strukturierte Versorgungsdaten und verstärkte Zusammenarbeit die wesentlichen Grundlagen für Fortschritte darstellen.

Gundula Koblmiller, Präsidentin der Österreichischen Lungenunion, betonte: „Für Patient:innen zeigt sich die Versorgungsqualität auch darin, ob verständliche Informationen transportiert werden, ob sie wissen, an wen sie sich bei Fragen wenden können, und ob sie aktiv in Entscheidungen einbezogen werden.“ Nach ihrer Erfahrung signalisierten Betroffene zudem großes Interesse an der Teilnahme an klinischen Studien.

LALUCA als Plattform für Versorgungsforschung

Das Forum verdeutlichte die Weiterentwicklung von LALUCA. Die Initiative versteht sich nicht mehr nur als Registerstudie, sondern als Plattform für Versorgungsforschung, Qualitätsentwicklung und interdisziplinären Dialog. Durch die systematische Erfassung klinischer, molekularer und versorgungsrelevanter Daten macht LALUCA Versorgungsrealitäten sichtbar und identifiziert Verbesserungspotenziale evidenzbasiert.

Robab Breyer-Kohansal von der Klinik Hietzing erklärte: „Eine moderne Lungenkrebsversorgung benötigt nicht nur medizinische Innovationen, sondern auch belastbare Daten und messbare Qualitätsstandards. Nur so können wir langfristig nachvollziehen, wo wir stehen und wo wir besser werden müssen.“

Quelle: OTS

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