Lustenau ehrte 16 verdiente Persönlichkeiten am Nationalfeiertag

Mathias FischerMathias Fischer
Nationalfeiertag Lustenau: Wappen mit Lorbeerkranz und Schriftzug, im Hintergrund Silhouette von Lustenau
© Mit KI (Gemini) generiert

Beim Festakt im Reichshofsaal zeichnete die Marktgemeinde Lustenau 16 Bürgerinnen und Bürger für ihr jahrzehntelanges Engagement aus. Altbürgermeister Kurt Fischer erhielt die Ehrenbürgerschaft.

Am 26. Oktober würdigte die Marktgemeinde Lustenau im Reichshofsaal 16 Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre hinweg für die Gemeinde eingesetzt haben. Landesrätin Martina Rüscher übermittelte die Grüße des Landeshauptmannes und betonte ihre Wertschätzung für die Geehrten.

Bürgermeister Patrick Wiedl stellte einen Bezug zum Nationalfeiertag her: „Dass es uns heute trotz vieler Krisen insgesamt so gut geht, ist kein Zufall. Es ist auch jenen Menschen zu verdanken, die Verantwortung übernehmen, Verantwortung für die Gemeinschaft und oft über Jahrzehnte Großartiges für unsere Gemeinde leisten.“ Er hielt die Laudationes auf die neuen Ehrenringträger. Kulturgemeinderätin Nadine Peschl würdigte die Verdienstzeichenträger und dankte für deren besondere Leistungen und großes Engagement.

Neun Verdienstzeichen verliehen

Das Verdienstzeichen der Marktgemeinde erhielten Martha Bösch, Maura Pozzera, Roswith Bösch, Hans Maksymowicz, Margrit Hofer, Thomas Mittelberger, Siegfried König, Erich Kräutler und Gertraud Sucher.

Martha Bösch wurde stellvertretend für alle langjährig engagierten Mitglieder des Jazzclub Lustenau ausgezeichnet, den sie als Obfrau führte. Der 1975 gegründete Club hat sich als überregional wahrgenommene Kulturinstitution etabliert. Bösch war zudem über 35 Jahre für die Grünen in der Gemeindepolitik aktiv und engagiert sich im Weltladen.

Roswith Bösch ist seit über 40 Jahren als Ersatzmitglied für die SPÖ in der Gemeindevertretung tätig. Die Umweltschutz-Kämpferin arbeitet ehrenamtlich im Lerncafé der Caritas und als Lesepatin in der Bibliothek.

Margrit Hofer vom Eichelehof gilt als Pionierin der naturnahen Landwirtschaft und bäuerlichen Direktvermarktung. Sie realisierte 1992 gemeinsam mit Mitstreiterinnen den ersten FNP Heilpflanzen-, Lehr- und Schaugarten und leitet den Verein, der den öffentlichen Garten im Schützengarten betreut, als Obfrau.

Siegfried König gründete die „Interessensgemeinschaft Ahnenforscher Lustenau und später IGA Ländle“ und machte genealogische sowie ortsgeschichtliche Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich. Er pflegt das online verfügbare Lustenauer Familienbuch, leitet das Datenbankprojekt „Geschichtswerkstatt Lustenau“ und bewahrt die Vereinsgeschichte des MV Concordia.

Erich Kräutler wurde stellvertretend für viele Lustenauer Unternehmer geehrt. Er führte den Familienbetrieb KRAL über Jahrzehnte erfolgreich und entwickelte ihn zu einem international anerkannten Maschinenbauunternehmen. Unter seiner Leitung wuchs KRAL zu einem der bedeutendsten Arbeitgeber in Lustenau mit rund 220 Beschäftigten und zahlreichen Lehrlingen. In der Erlöserpfarre übernahm er verschiedenste Funktionen.

Dr. Hans Maksymowicz verkörpert den Gemeindearzt der alten Schule mit Bereitschaftsdiensten, Hausbesuchen und nächtlichen Notfalleinsätzen. Er begleitete Generationen von Familien durch alle Lebensphasen, war langjähriger Feuerwehrarzt und trug über ein Jahrzehnt die medizinische Verantwortung für das Lustenauer Entbindungsheim.

Thomas Mittelberger wurde für sein politisches Engagement als langjähriger Gemeinderat für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft geehrt. Er ist weiterhin als Ersatzmitglied für die Grünen in der Gemeindevertretung tätig.

Maura Pozzera ist seit mehr als vier Jahrzehnten in der Gemeindepolitik aktiv und eine verlässliche Person in der Lustenauer ÖVP. Sie gehört zu den Gründerinnen der Lustenauer Seniorenbörse, wo sie seit 2013 maßgeblich Verantwortung trägt, und engagiert sich bei den karitativen Aufgaben der Lustenauer ÖVP-Frauenbewegung.

Gertraud Sucher setzte sich zeitlebens für die Bildung der Kinder ein, zunächst als Pädagogin und Direktorin der Volksschule Kirchdorf. In einem pädagogisch herausfordernden Umfeld förderte sie Kinder mit Migrationshintergrund. Im Ruhestand engagiert sie sich ehrenamtlich im Lerncafé der Caritas und hielt 2015 viele Deutschkurse für Flüchtlinge.

Fünf Ehrenringe vergeben

Den Ehrenring der Marktgemeinde erhielten Klaudia Niedermair, Susanne Andexlinger, Daniel Steinhofer, Thomas Sauter, Bernd Bösch und Dietmar Haller.

Pfarrer Thomas Sauter wirkt seit über 25 Jahren in Lustenau. Über zwei Jahrzehnte führte er die Erlöserpfarre und ist seit 2024 im neu eingeführten Pfarrseelsorgeraum Lustenau gemeinsam mit dem Kirchdorfer Pfarrer für sämtliche katholischen Gläubigen in der Gemeinde zuständig. Mit seiner direkten, ehrlichen Art hat er viele Menschen berührt und steht für eine lebendige katholische Kirche, die auch unkonventionelle und zeitgemäße Wege geht.

Bernd Bösch war über 30 Jahre für die Grünen in der Gemeindevertretung tätig, fast zehn Jahre als Gemeinderat, fünf Jahre als Vizebürgermeister. Zudem war er zehn Jahre lang Landtagsabgeordneter. In den letzten Jahren konzentrierte er sich auf seinen Herzensverein, den SC Austria Lustenau, und war als Vorstandsprecher eine der treibenden Kräfte für den Neubau des Reichshofstadions.

Daniel Steinhofer förderte die Lustenauer Kulturvereine mit seiner Hands-On-Mentalität. In zahlreichen Vereinen und in der Kirche aktiv, war er seit 2005 politisch in verschiedenen Funktionen tätig, 15 Jahre als Kulturgemeinderat und davon rund sieben Jahre als Vizebürgermeister. Der ÖVP diente er unter anderem als Orts- und Bezirksparteiobmann und war fünf Jahre im Vorarlberger Landtag.

Dr. Susanne Andexlinger wurde für ihr Engagement in der Lustenauer Gemeinde- und Vorarlberger Landespolitik ausgezeichnet. Als Bereichssprecherin für Gesundheit war sie für die ÖVP tätig und als medizinisch fundierte Expertin geschätzt. Als Obfrau in der hiesigen ÖVP-Frauenbewegung engagierte sie sich auch karitativ.

Dietmar Haller war 25 Jahre lang Mitglied der Lustenauer Gemeindevertretung, für die FPÖ und auch für die ÖVP. Als Mobilitätsgemeinderat und Vorsitzender des Mobilitätsausschusses setzte er sich maßgeblich für die Förderung des Radverkehrs und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein.

Klaudia Niedermair gilt als Pionierin der Inklusionsbewegung in Vorarlberg und setzte sich unermüdlich für Menschen mit Beeinträchtigung und für ein inklusives Schulsystem ein. Sie ist eine der Leitfiguren für den Feminismus in Vorarlberg und eine Veteranin der grünen Gemeindepolitik, 35 Jahre lang in der Gemeindevertretung und daneben in verschiedenen kultur- und zivilgesellschaftlichen Vereinen engagiert.

Kurt Fischer wird Ehrenbürger

Lustenau hat einen neuen Ehrenbürger: Altbürgermeister Dr. Kurt Fischer. Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung der Marktgemeinde. In seiner Geschichte hat Lustenau von diesem Recht sieben Mal Gebrauch gemacht. Nach Prälat Eugen Hillmann, Rheinbauleiter Philipp Krapf und den Altbürgermeistern Josef Bösch, Robert Bösch, Dieter Alge und Hans-Dieter Grabher ist nun Kurt Fischer der jüngste Ehrenbürger.

Die Laudatio hielt der ehemalige Landeskulturamtsleiter Dr. Werner Grabher, der Charakterzüge, Einsatz, Verantwortungsbewusstsein und Haltung des Ehrenbürgers skizzierte. Fischer wurde nach seinem ersten Wahlsieg 2010 nach jeweils fünf Jahren noch zweimal im Amt bestätigt, einmal davon mit absoluter Mehrheit.

Grabher betonte in seiner Rede: „Dem Kurt ging es von Anfang an darum: Lustenau als zukunftsfähigen Lebensraum, insbesondere auch für junge Menschen, zu etablieren - einen Ort mit viel Platz für Begegnung, Dialog und individuelle Entfaltung.“ Fischer habe in gewissen Themenbereichen leidenschaftlich Haltung bewahrt und sich mitunter auch gegen die vorgegebene Linie der eigenen Partei positioniert.

Grabher schloss mit einem Symbolbild: „Lieber Kurt, ich kann dir versichern: Du hast in Lustenau keine Brandflecken hinterlassen. Ganz im Gegenteil — durch dich ist es in unserer Gemeinde in mancher Hinsicht spürbar etwas heller geworden.“

Das Ensemble LuNaVaLi der Musikschule umrahmte den Festakt musikalisch.

Quelle: https://www.lustenau.at/de/neuigkeiten/auszeichnung-verdienter-lustenauer-persoenlichkeiten

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