Mank erhöht Wassergebühren erstmals seit 1994
Der Gemeinderat von Mank hat am 24. September den Wasserpreis von 1,20 auf 1,50 Euro je Kubikmeter angehoben. Zudem wurde der Verkauf der nächsten Etappe am Molkereiareal an die GEDESAG beschlossen.
Mank – In seiner 11. Sitzung fasste der Gemeinderat mehrere Beschlüsse zur Stadtentwicklung und Infrastruktur. Neben dem Grundverkauf am Molkereiareal steht erstmals seit über drei Jahrzehnten eine Anhebung der Wassergebühren an.
Wasserpreis steigt um 25 Prozent
Die Kosten für Trinkwasser werden von 1,20 auf 1,50 Euro pro Kubikmeter erhöht. Auch die Bereitstellungsgebühr steigt auf 40 Euro je Kubikmeter und Jahr. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 2,6 Personen und einem täglichen Verbrauch von 140 Litern pro Person muss mit Mehrkosten von rund 100 Euro jährlich rechnen.
Stadtrat Wolfgang Ammerer betonte, dass Mank trotz der Erhöhung den niedrigsten Wasserpreis in der Region habe. In den umliegenden Gemeinden liege der Preis zwischen 1,8 und 2,53 Euro je Kubikmeter, die Bereitstellungsgebühr zwischen 36,0 und 49,5 Euro.
Täglich werden in Mank rund 350.000 Liter Wasser aus drei Brunnen in Hörsdorf gepumpt. Das Wasser stammt aus dem zweiten Grundwasserhorizont und wird mit physikalischen Filtern aufbereitet, bevor es in das 42 Kilometer lange Netz eingespeist wird. Für die Versorgungssicherheit ist ein weiterer Tiefbehälter beim Wasserwerk geplant, zudem erfordert die Erschließung des Molkereiareals hohe Investitionen.
Die SPÖ stimmte gegen die Erhöhung der Bereitstellungsgebühr, da diese kleine Haushalte zu stark belaste. Auch Gemeinderat Hubert Groiss votierte dagegen. Am 23. Oktober findet von 14.00 bis 17.00 Uhr ein Tag der offenen Tür in Kläranlage und Wasserwerk statt.
Zweiter Bauabschnitt am Molkereiareal verkauft
Der Gemeinderat beschloss den Verkauf des zweiten Bauabschnitts am Molkereiareal an die GEDESAG. Die Fläche umfasst rund 4.500 Quadratmeter. In zwei Jahren soll der nächste Grundverkauf folgen.
Bürgermeister Martin Leonhardsberger erklärte, durch den Grundverkauf seien der Umbau des Hauses für die Kindergruppe Schmetterling, das Kranfahrzeug der Feuerwehr, Reserven für den Hauptplatz sowie der neue Gemeindetraktor finanziert. Das Areal sichere die umweltschonende Stadtentwicklung für die nächsten Jahrzehnte und biete Reserveflächen für Kindergarten und künftige Entwicklungen.
Die Gemeinde hatte das Molkereiareal und angrenzende Flächen vor rund zehn Jahren angekauft und gemeinsam mit der BOKU, der Donauuniversität sowie GEDESAG und Architekt Dollfuß entwickelt. Mit dem Begegnungspark ist bereits der erste Schritt umgesetzt, ein Bauabschnitt wurde bereits an die GEDESAG verkauft.
Die FPÖ-Fraktion stimmte gegen den Grundverkauf. Gemeinderat Groiss schlug vor, die Gemeinde solle Wohnungen selbst bauen und Flächen für eigene Projekte zurückhalten.
Bis Ende 2028 muss die Stadtgemeinde die Infrastrukturleitungen und die Baustraße am Areal schaffen. Der Abbruch des ehemaligen Topfereigebäudes startet im heurigen Winter. Die Firma Thir wurde einstimmig um 138.600 Euro mit den Arbeiten beauftragt. Nach Fertigstellung der letzten beiden GEDESAG-Wohnhäuser am alten Sportplatz ist ein Baustart am Molkereiareal ab 2030 realistisch.
Weitere Beschlüsse des Gemeinderats
Der Rechnungsabschluss 2025 der GMO Glasfaser GmbH wurde zur Kenntnis gebracht. Heuer wurden in Mank 10,7 Kilometer Leitungen verlegt. Im kommenden Jahr folgt die nächste Etappe mit 14,4 Kilometer Leitungen in Loitsbach, Loitsdorf, Ritzenberg, St. Haus, Kälberhart, Pichlreit, Hörsdorf und Wolkersdorf. Die Glasfaserleitung über den Hagberg wurde von der nöGIG um 1.533 Euro durch die Gemeinde angekauft.
Im Rahmen des EU-Förderprogrammes LEADER soll ein Wanderweg von Melk nach Mariazell zum längsten Friedensweg der Welt geschaffen werden. Neun Gemeinden sind beteiligt, der Manker Beitrag in Höhe von 1.989 Euro wurde einstimmig beschlossen.
Nachdem Marlene Gallistl ihren Mietvertrag im Rathaus gekündigt hat, weil sie ihre Praxis in die Feldgasse verlegt, übernimmt Andrea Hieger aus Kilb am 1. Oktober die 30 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im ersten Stock des Rathauses.
Die Schneeräumung durch die Straßenmeisterei in Schmidbach und Loitsdorf wird künftig um die Hälfte billiger. Rund 580 Euro zahlt die Gemeinde an das Land Niederösterreich künftig pro Jahr. Eine Gehsteigfläche im Ausmaß von 42 Quadratmetern in Großaigen wird vom Land Niederösterreich an die Gemeinde verschenkt.
Der Prüfungsausschuss führte am 21. August eine unangemeldete Gebarungseinschau durch. Der Kassenbestand wurde mit 626.914 Euro festgestellt, die stichprobenartige Belegprüfung ergab keine Beanstandungen.
Aktuelles zum Hauptplatz
Zur Hauptplatzgestaltung sind mehrere Schreiben bei der Gemeinde eingelangt: die Förderzusage über 195.000 Euro von Landeshauptmann-Stellvertreter Pernkopf, ebenso die Zustimmung der Diözese für den Grundkauf von der Pfarre. Die Bezirkshauptmannschaft Melk hat die Aufsichtsbeschwerde abgewiesen – die Themen wie Gehsteigbreiten seien in der Verkehrsverhandlung zu klären.
Das Verkehrsgutachten für die Radwegführung am neuen Hauptplatz liegt vor: Ein baulich getrennter Radweg mache aufgrund der vielen Abbiegevorgänge keinen Sinn, die geplante Reduktion auf Tempo 30 und die Führung der Radfahrer im Mischverkehr wurde bestätigt. Das Gutachten ist mit allen anderen Konzepten und Plänen auf der Manker Homepage verfügbar: https://www.mank.at/Mobilitaetskonzept_Mank
Quelle: https://www.mank.at/Gemeinderat_Molkerei_und_Wassergebuehren_1
Worüber spricht Mank?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.