Mann rief „Sieg Heil“ nach Diebstahl vor Polizei

Mathias FischerMathias Fischer
E-Scooter, Richterhammer und Waage der Gerechtigkeit symbolisieren rechtliche Aspekte.
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein 43-Jähriger steht in Wien vor Gericht, weil er nach dem Diebstahl seines Elektrorollers NS-Parolen gerufen haben soll. Bei einer Polizeiamtshandlung habe er „Sieg Heil“ und „unter Himmler war alles besser“ gesagt, so der ORF.

Der Angeklagte hatte die Polizei alarmiert, nachdem ihm sein Elektroroller gestohlen worden war und er die Diebin noch sehen konnte. Mit der darauffolgenden Amtshandlung der Beamten zeigte er sich derart unzufrieden, dass er laut „im Dritten Reich wäre das nicht passiert, Sieg Heil“ gerufen haben soll. Zusätzlich habe er geäußert, „unter Himmler war alles besser“.

Die Äußerungen führten zu einer Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Am Montag vor Gericht zeigte sich der 43-Jährige reumütig. Es tue ihm furchtbar leid, sein Verhalten sei nicht zu entschuldigen und er habe sich dumm benommen, so der Angeklagte.

Staatsanwalt erinnerte an NS-Verbrechen

Der Mann erklärte, er sei wegen der Diebin in Rage gewesen. Er wisse natürlich, dass Heinrich Himmler ein Massenmörder gewesen sei. Der Staatsanwalt konfrontierte den mehrfach wegen Diebstahls vorbestraften Angeklagten mit der historischen Realität: Diebe seien im Dritten Reich als sogenannte „Reichsschädlinge“ rasch in Arbeitslagern verschwunden oder sogar zum Tode verurteilt worden. Das solle er sich besser nicht zurückwünschen.

Der 43-Jährige bat um ein mildes Urteil auf Bewährung. Er sei gerade der Obdach- und Arbeitslosigkeit entkommen, eine unbedingte Strafe würde ihn wohl wieder dorthin zurückführen. Die Urteilsberatung der Geschworenen war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3366347/

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