Mannersdorf: Schloss mit Haydn- und Maria-Theresien-Geschichte

Im Schloss Mannersdorf am Leithagebirge hielt sich einst Joseph Haydn als junger Mann auf, auch Maria Theresia besuchte regelmäßig die Schlossherrin. Heute beherbergt das Gebäude das Gemeindeamt und eine Konzertreihe, so der ORF.
Das Schloss Mannersdorf am Leithagebirge im Bezirk Bruck an der Leitha verbindet Geschichte mit Gegenwart. Joseph Haydn verbrachte hier als junger Mann Zeit, der Komponist Christoph Willibald Gluck soll den bereits berühmten Musiker an diesem Ort kennengelernt haben. Seit 2018 findet jährlich ein Kammermusikkonzert im Rahmen der Konzertserie der Haydnregion Niederösterreich statt, wie der künstlerische Leiter Michael Linsbauer erklärt.
Prachtvoller Maria-Theresien-Saal
Die Konzerte werden im Maria-Theresien-Saal veranstaltet, dem Herzstück des Schlosses. Der Raum wurde um 1730 mit einem besonderen Deckengemälde ausgestattet. Das Kunstwerk zeigt den Sonnengott Helios, die Jahreszeiten, arbeitende Menschen sowie die Ortschaften Hof, Sommerein, Au und Mannersdorf mit dem damaligen Schloss.
Auch das prächtige Tor und die Treppe zeugen von der historischen Bedeutung. Über diese Treppe schritt Maria Theresia oft zu Besuch bei der Schlossherrin, Gräfin Fuchs, auch Füchsin genannt. Die Gräfin war Erzieherin, enge Freundin und Haushofmeisterin der Kaiserin.
Maria Theresia kam gemeinsam mit Franz Stephan und kleinem Gefolge nach Mannersdorf, da die Füchsin über ein großes Haus verfügte und jederzeit einen Empfang bewerkstelligen konnte, berichtet der Historiker Heribert Schutzbier. Die Kaiserin übernachtete im Schloss, das als reiner Repräsentationsbau diente, und badete in der Mannersdorfer Thermalquelle.
Vom Edelhof zum Gemeindeamt
Aus einem kleinen Edelhof des St. Georg Ordens um 1500 entwickelte sich das prächtige Schloss. Heute ist die Gemeinde Besitzerin und bemüht sich um Erhaltung und Belebung des Gebäudes. Das Gemeindeamt ist darin untergebracht, inklusive Parteienverkehr, Gemeinderatssitzungssaal, einer Bibliothek und Wohnungen. Zudem gibt es eine Galerie mit Werken des Malers Edmund Adler, der in Mannersdorf lebte.
„Die Zielrichtung ist, dass das Schloss erhalten bleibt. Da schauen wir immer, dass wir Kleinigkeiten selber restaurieren können. Es ist nicht einfach, es kostet schon einiges an Geld. Indem hier auch Wohnungen sind, schaffen wir es, dass das belebt ist“, sagt Bürgermeister Günther Amelin (SPÖ).
Für die kleine Gemeinde ist die Erhaltung und Belebung des Schlosses eine Herausforderung. Die vielfältige Nutzung unterstützt jedoch das Vorhaben, Kultur und Kunst bringen Besucherinnen und Besucher sowie Wertschöpfung in die Gemeinde.
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