Marc Brandenburg über Design, Musik und Erinnerung

Pia ProdingerPia Prodinger
© James French, Charles Duprat, Eva Herzog, Olivier Blanckart, Rodrigo Cardoso, Johan Lindeberg, Maria Teresa Muraro, Laura Wilson

Der Künstler Marc Brandenburg hat für das Magazin SLEEK sieben persönliche Objekte ausgewählt. Die Gegenstände aus Mode, Musik und Film geben Einblick in seine ästhetischen Einflüsse und künstlerische Praxis.

Marc Brandenburg arbeitet mit Grafik, Collage, Installation, Video und Performance. Im Zentrum seines Schaffens stehen detaillierte Bleistiftzeichnungen, die auf Fotografien basieren – aufgenommen bei seinen Streifzügen oder entnommen aus Magazinen, Filmen und Büchern.

Für das Magazin SLEEK wählte der Künstler sieben Objekte aus, die persönliche Erinnerungen tragen. Zugleich repräsentieren sie ein Verständnis ihrer jeweiligen Epochen sowie der sozialen und kulturellen Realitäten, in denen sie entstanden sind.

Obsessives Sammeln als Teil der künstlerischen Praxis

„Ich bin ein eher obsessiver Sammler. Ich sammle Platten, Bücher, Filme, Objekte“, erklärt Brandenburg. Selbst eine Actionfigur wie Alex DeLarge aus „A Clockwork Orange“ sage viel über seine ästhetischen Einflüsse aus.

Die Figur repräsentiere in ihrer Strenge einen seiner absoluten Lieblingslooks. Punk- und Skinhead-Kultur hätten stark darauf zurückgegriffen: Melonen, Stiefel, militärische Einflüsse. Es sei aber auch das detaillierte Design der Figur, bei dem jede Falte Sinn mache.

Der Film als Ganzes sei ein Klassiker und in Zeiten von Palantir relevanter denn je: totale Überwachung, Kontrolle, Verhaltensmanipulation und moralischer Verfall in der Gesellschaft.

Klarheit in Design und Bedeutung

Was alle ausgewählten Objekte verbinde, sei eine gewisse Klarheit in Design und Bedeutung. Nichts wirke überladen, alles sei reduziert, fokussiert und präzise. Diese Qualität sei entscheidend in Brandenburgs Werken: Stücke, die komplex und dicht sind, aber aus etwas so Einfachem wie der Linie eines Bleistifts entstehen.

Je näher man an die Struktur des Dargestellten komme, desto deutlicher werde das Gefühl, dass etwas nicht ganz stimme. Das Bild sei umgekehrt, das Monochrom verschiebe die Wahrnehmung, und doch wirke alles perfekt kohärent.

Vivienne Westwood und die Punk-Revolution

Wie Vivienne Westwoods Musselin-T-Shirt, das heute als kulturelles Ikon gilt und in den 1970er Jahren eine kleine Revolution auslöste. Brüste auf einem T-Shirt schockierten die prüde Gesellschaft und gaben einer neuen Generation ein Objekt, das einfach und radikal zugleich war.

„Dies ist eines der berühmtesten Punk-Shirts aller Zeiten. Das 1977er Brustmotiv von Seditionaries, dem von Malcolm McLaren und Vivienne Westwood geführten Laden“, so Brandenburg. Die beiden hätten nicht nur seinen Stil geprägt, sondern die Subkulturmode von Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahre dominiert. Es sei nicht nur Kleidung gewesen, ihre Designs symbolisierten eine völlig neue Haltung.

Quelle: https://ropac.net/news/3025-in-person-marc-brandenburg-on-personal-archives-and-the-subtle-influence-of

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