Marchfeld für CO2-Speicherung geeignet

Die Technologie Carbon Capture and Storage könnte in Niederösterreich zum Einsatz kommen. Das Marchfeld gilt als geeignetes Gebiet für die unterirdische CO2-Speicherung, so der ORF.
Die CO2-Speicherung mittels Carbon Capture and Storage (CCS) soll in einer Tiefe von ein bis drei Kilometern erfolgen. Bereits erschlossene Öl- und Gaslagerstätten könnten dafür verwendet werden. In Niederösterreich gibt es mehrere solcher Lagerstätten. Christian Schützenhofer vom Austrian Institute of Technology (AIT) bezeichnet das Marchfeld als geeignetes Gebiet. Die geologischen Beschaffenheiten seien dort gut bekannt.
In Österreich ist CCS derzeit verboten. Die Bundesregierung plant eine Änderung, um die Klimaziele zu erreichen. Der AIT-Experte unterstützt diesen Schritt. In der Forschung herrsche Einigkeit darüber, dass es für bestimmte Sektoren wie Zement und Müllverbrennung keine andere Lösung gebe. In Norwegen und Kanada wird die Technologie bereits eingesetzt.
Greenpeace lehnt Technologie ab
Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert Carbon Capture and Storage scharf. Jasmin Duregger von Greenpeace bezeichnet CCS als extrem teure Scheinlösung mit Ablaufdatum, die keine echte Klimaschutz-Lösung darstelle. Stattdessen sollten Emissionen reduziert und erneuerbare Energien ausgebaut werden.
Schützenhofer hält dem entgegen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zwar das erste Instrument sein sollte, aus wirtschaftlicher Perspektive werde man aber um CCS nicht herumkommen. Die Technologie sei sicher, auch wenn das CO2 unter der Erde in flüssiger Form bleibe und nicht abgebaut werde. Ein Austritt sei unwahrscheinlich, und selbst im Fall eines Austritts bestehe keine Gefahr – das CO2 wäre dann lediglich wieder in der Luft.
Zementindustrie unterstützt Pläne
Die Zementindustrie begrüßt den politischen Vorstoß. Gernot Tritthart, stellvertretender Vorsitzender der österreichischen Zementindustrie und Teil der Geschäftsführung von Holcim mit Sitz in Mannersdorf (Bezirk Bruck an der Leitha), erklärt, dass beim Brennvorgang von Zement CO2 emittiert werde, was nicht vermeidbar sei. Man versuche zwar, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, stoße aber an Grenzen.
Sollte das Verbot aufgehoben werden, würde es laut Tritthart vermutlich noch weitere zehn Jahre dauern, bis CCS tatsächlich eingesetzt werden kann. Der Transport des CO2 von den Betrieben zu den Lagerstätten erfordere ein Pipelinenetz. Nur damit könne CCS effizient genutzt werden, bestätigt auch der AIT-Wissenschafter.
Finanzierung noch ungeklärt
Die Finanzierung des Pipelinenetzes ist noch offen. Greenpeace kritisiert, dass die Kosten wohl mit öffentlichem Geld gedeckt werden müssten. Tritthart betont, dass neben der Zementindustrie auch viele andere Branchen ihren CO2-Ausstoß durch CCS eindämmen könnten. Die Industrie allein könne das Netz aber nicht finanzieren. Man könnte eine Gebühr für die Nutzung einheben, ähnlich wie bei einem Kanal. Mit dieser Frage werde sich die Regierung noch beschäftigen müssen, sollte das Verbot tatsächlich aufgehoben werden.
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