Marinomed beantragt neuerlich Sanierungsverfahren

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Das niederösterreichische Pharmaunternehmen Marinomed Biotech AG hat beim Landesgericht Korneuburg erneut ein Sanierungsverfahren beantragt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 27,9 Millionen Euro, knapp 90 Gläubiger sind betroffen.

Die Marinomed Biotech AG aus Niederösterreich ist abermals zahlungsunfähig. Das Biotechunternehmen stellte beim Landesgericht Korneuburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung. Nach Unternehmensangaben vom Mittwoch summieren sich die Schulden auf etwa 27,9 Millionen Euro. Die Gläubigerschützer geben die unbesicherten Forderungen mit 22 bis 23 Millionen Euro an. Von der Insolvenz sind knapp 90 Gläubiger betroffen.

Am Standort Korneuburg arbeiten derzeit rund 30 Beschäftigte für Marinomed. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Firma einen Umsatz von etwa 7,7 Millionen Euro. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte das Unternehmen die Absicht angekündigt, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung einzuleiten. Daraufhin fiel der Aktienkurs von 9,0 Euro auf 3,8 Euro, erholte sich anschließend jedoch wieder auf zuletzt 6,0 Euro. Die Marktkapitalisierung der Pharmafirma lag bei 12 Millionen Euro.

Ausbleibende Zahlungen von Unither als Auslöser

Grund für das Insolvenzverfahren sind laut Marinomed ausbleibende Earn-out-Zahlungen des französischen Pharmakonzerns Unither. Diese Zahlungen sollten aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäftsbereichs stammen. Unither habe zudem die Verhandlungen abgebrochen. Dadurch könne der im November 2024 gerichtlich genehmigte Sanierungsplan nicht eingehalten werden, erklärte das niederösterreichische Unternehmen.

Der Carragelose-Bereich wurde im Rahmen eines Asset-Deals veräußert und im Februar 2025 übertragen. Der Kaufpreis setzte sich aus einem fixen Betrag von 5 Millionen Euro sowie bedingungsabhängigen Earn-out-Zahlungen zusammen. Diese zusätzlichen Zahlungen waren nach Angaben von Marinomed von zentraler Bedeutung, da sie einen Großteil der Finanzierung des Sanierungsplans sicherstellen sollten. Bis heute sei jedoch keine der vereinbarten Zahlungen eingegangen.

Quote von 20 Prozent angeboten

Marinomed bietet den Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent an, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans beglichen werden soll. Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter müsse die Fortführung des Unternehmens sowie die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des Sanierungsplans prüfen, erklärte Alexander Greifeneder vom KSV 1870 am Mittwoch. Marinomed verfüge insbesondere über geistiges Eigentum in Form von Patenten und Marken sowie über eine Betriebsliegenschaft in Korneuburg, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.

Das biopharmazeutische Unternehmen entstand 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Anfang 2019 erfolgte der Börsengang an der Wiener Börse.

Quelle: APA

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