Maschinenring feiert 50 Jahre mit Bundestagung

Von 23. bis 25. September fand die Maschinenring Bundestagung 2026 in Wiener Neustadt statt. Rund 400 Gäste aus neun Ländern diskutierten über Klimawandelanpassung, Digitalisierung und die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft.
Die Maschinenring Bundestagung 2026 brachte von 23. bis 25. September etwa 400 Teilnehmer:innen nach Wiener Neustadt. Bürgermeister Klaus Schneeberger empfing die Gäste in den Kasematten. Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung stand das 50-jährige Bestehen des Maschinenring Österreich sowie Themen wie Klimawandelanpassung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und internationale Kooperation.
Unter dem Motto „Zukunft mit Herkunft. Mensch und Wandel im Einklang.“ kamen Vertreter:innen aus Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, England und Schweden zusammen.
Totschnig betont Bedeutung regionaler Netzwerke
Bundesminister Norbert Totschnig eröffnete am Donnerstag den offiziellen Teil der Tagung. Gleichzeitig fand die 50. Generalversammlung des Maschinenring Österreich statt.
Der Minister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft hob die Wichtigkeit starker regionaler Netzwerke angesichts des Klimawandels hervor. Totschnig, der selbst mehrere Jahre beim Maschinenring gearbeitet hat, verwies darauf, dass bei Extremwetterereignissen das Bündeln von Ressourcen und Wissen entscheidend sei. Der Maschinenring leiste mit seinen österreichweiten und regionalen Strukturen einen wesentlichen Beitrag.
Den Grundgedanken der Organisation fasste Totschnig mit den Worten „Gemeinsam geht es leichter“ zusammen. Franz Xaver Broidl, Bundesobmann des Maschinenring Österreich, erklärte: „Der Maschinenring lebt von seiner starken Gemeinschaft. Sie ist die Basis dafür, dass wir Veränderungen gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten.“
Internationales Jahr der Bäuerin im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt war das Internationale Jahr der Bäuerin 2026. Daniela Morgenbesser, Leiterin Agrarkommunikation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und Obfrau von FemAgrar Austria, stellte Frauen als Gestalterinnen von Innovation in den Mittelpunkt. Sie nannte sichtbare Vorbilder, familienfreundliche Rahmenbedingungen, Netzwerke und die aktive Ansprache von Frauen für Führungsaufgaben als konkrete Voraussetzungen für mehr Beteiligung.
Wirtschaftstrainerin Christine Hackl widmete sich der Frage, wie Menschen in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben. Unter dem Titel „Krisenfit“ stellte sie Klarheit, innere Haltung, Netzwerke und den bewussten Umgang mit Veränderungen in den Mittelpunkt.
Beim Niederösterreichischen Länderabend sprach Bundesbäuerin LKR Irene Neumann-Hartberger, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Österreich und Abgeordnete zum Nationalrat, zu den Gästen. Franziska Fröschl, Bundesobmann-Stellvertreterin des Maschinenring Österreich, spannte in ihrem Beitrag den Bogen vom eigenen landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Situation von Bäuerinnen im Senegal.
Weltverband verbindet 15 Länder
Die internationale Zusammenarbeit bildete einen weiteren Schwerpunkt der Bundestagung. Der Maschinenring Weltverband verbindet heute Maschinenring-Organisationen in 15 Ländern Europas und Afrikas. Im Mittelpunkt stehen Wissensaustausch und die Weiterentwicklung der Maschinenring-Idee entsprechend den jeweiligen landwirtschaftlichen und regionalen Gegebenheiten.
Hans Peter Werderitsch, Präsident des Maschinenring Weltverbands, Vorstandsvorsitzender der Maschinenring Personal und Service eGen und Landesobmann im Burgenland, gab Einblick in die internationale Entwicklung der Organisation. Der Weltverband soll den Austausch zwischen den Maschinenringen über Ländergrenzen hinweg stärken und Erfahrungen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Strukturen zusammenführen.
Als Beispiel nannte er Senegal. Seit 2019 werden dort Maschinenringe aufgebaut. Rund 50.000 kleinbäuerliche Familienbetriebe profitieren vom Zugang zu Technik und Wissen. Der Ansatz folgt dem Grundgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.
KI-Assistent für Maschinenvermittlung vorgestellt
Der Maschinenring Steiermark präsentierte mit „Franz“ einen KI-gestützten Buchungsassistenten für die Maschinenvermittlung. Das System soll telefonische Anfragen für die Vermittlung von Maschinen entgegennehmen, Verfügbarkeiten prüfen und Buchungen im MR AgrarPortal abwickeln. Routineaufgaben können damit digital unterstützt werden, während persönliche Beratung, Vertrauen und komplexe Entscheidungen beim Menschen bleiben.
Auch andere Bundesländer präsentierten konkrete Projekte: Das Burgenland stellte die technische Betreuung von Biomasse-Nahwärmeanlagen vor, Niederösterreich Projekte aus Forst, Biomasse und Energie. Die Beispiele zeigten, wie sich die Zusammenarbeit im Maschinenring von der klassischen Maschinengemeinschaft auf neue Aufgabenfelder erweitert hat.
Nach drei Tagen mit Generalversammlung, Fachvorträgen, Projektpräsentationen und persönlichem Austausch endete die Bundestagung am Freitag mit einer feierlichen Staffelübergabe: 2027 übernimmt der Maschinenring Burgenland die Gastgeberrolle.
Der Maschinenring Österreich wurde 1976 gegründet. Österreichweit gibt es 72 regionale Maschinenringe, denen rund 71.000 landwirtschaftliche Betriebe angehören. Mehr als 30.000 Menschen arbeiten über den Maschinenring.
Quelle: OTS
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