Mastbetrieb trotz Anzeigen weiter in Betrieb

Nach Vorwürfen des Vereins gegen Tierfabriken gegen einen Mastbetrieb in Niederösterreich fanden im August zwei amtstierärztliche Kontrollen statt. Eine Schließung des Betriebs ist laut Behörde nicht möglich, so noe.ORF.at.
Die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten führte im August zwei amtstierärztliche Kontrollen in dem betroffenen Mastbetrieb durch. Die Kontrolle vom 31. August sei „im Wesentlichen unauffällig“ verlaufen, es seien „lediglich geringfügige Mängel festgestellt“ worden. Zustände wie auf den vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) veröffentlichten Bildern seien weder bei der Kontrolle am 12. August 2026 noch bei der aktuellen Kontrolle festgestellt worden, teilte die Behörde mit.
Eine Schließung des Betriebs sei laut Bezirkshauptmannschaft St. Pölten nicht möglich. Das Tierschutzgesetz ermögliche dies nicht. Aus dem Büro von Tierschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) hieß es, man habe alles ausgeschöpft, was gesetzlich möglich sei. Bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten sei noch kein Verfahren eingelangt.
VGT veröffentlichte Fotos und Videos
Der Verein gegen Tierfabriken hatte zuvor anonym aufgenommene Fotos und Videos veröffentlicht. Darauf sei unter anderem der Zustand der Tiere zu sehen. „Vor allem bei den Schafen und Ziegen stechen einige extrem dünne Tiere ins Auge. Sie sehen aus, als wären sie kurz vor dem Verhungern. Einige schwache, ebenfalls magere Tiere liegen offenbar bewegungsunfähig in den Buchten“, so der VGT.
Laut den Aktivisten sei zu erkennen, dass der Landwirt trotz eines bereits aufrechten Tierhaltungsverbots weiterhin im Stall arbeiten und Tiere misshandeln soll. Es handelt sich bereits um die vierte Anzeige des VGT gegen den Mastbetrieb.
Tochter betreut Tiere formal
Ein Tierhaltungsverbot werde auch gegen die Ehefrau des Landwirts angedroht, so Tierschutz-Landesrätin Rosenkranz. Das Verbot werde jedoch offenbar umgangen, indem die rund 1.000 Tiere derzeit formal von der Tochter der Landwirte betreut werden. Der Verein gegen Tierfabriken hat Anzeige gegen den Landwirt und seine Frau erstattet.
Worüber spricht Sankt Pölten morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.