Masterarbeit analysiert Schutz von Firmen-Know-how

Eine Absolventin des IMC Krems hat das Geschäftsgeheimnismanagement des Leobener Technologiekonzerns AT&S untersucht. Die Arbeit zeigt Schwachstellen auf und wurde international präsentiert.
Das Management von Geschäftsgeheimnissen stellt Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. Eine Masterarbeit am IMC Krems hat nun am Beispiel des Leobener High-Tech-Konzerns AT&S untersucht, wie Firmen ihr Know-how systematisch erfassen und schützen können.
Hannah Gugganig, Absolventin des Studiengangs Management, analysierte im Auftrag von AT&S das Geschäftsgeheimnismanagement des Unternehmens mit rund 13.000 Beschäftigten. Die Arbeit kombinierte wissenschaftliche Literatur mit der Auswertung von Firmendokumenten, Workshops und Gesprächen mit Mitarbeitenden sowie internationalen Fachleuten.
„Das Thema ist für die Praxis derzeit sehr relevant, gleichzeitig aber noch wenig erforscht“, erklärte Gugganig. Die Kooperation mit AT&S habe es ermöglicht, theoretisches Wissen direkt in die Praxis zu übertragen und mit realen Beispielen zu verknüpfen.
Unklare Zuständigkeiten als Problem
Eine zentrale Schwierigkeit liegt in der organisatorischen Verantwortung. Der Schutz von Geschäftsgeheimnissen betrifft zahlreiche Bereiche – von Forschung und Entwicklung über Personalwesen und IT bis zu Werksschutz und Rechtsabteilung. Weil viele Abteilungen involviert sind, fühlt sich oft niemand explizit zuständig.
Anders als beim Patentschutz gibt es keine eindeutigen Vorgaben, wie Geschäftsgeheimnisse zu schützen sind. Die Masterarbeit identifizierte diese Schnittstellen und erarbeitete konkrete Handlungsempfehlungen für das Unternehmen.
Studiengangsleiter Prof. (FH) Dr. Alfred Radauer betonte, die Arbeit zeige exemplarisch, was angewandte Hochschulforschung leisten könne: „Eine konkrete Herausforderung aus der Unternehmenspraxis wird wissenschaftlich untersucht und in umsetzbare Handlungsempfehlungen übersetzt.“
Präsentation in Manchester
Die Ergebnisse der Studie wurden im Juni 2026 auf der R&D Management Conference an der Universität Manchester präsentiert. Die Arbeit liefert einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über die optimale Organisation des Schutzes von Geschäftsgeheimnissen.
Gugganig hob die Interviews mit anerkannten Fachleuten hervor, die interessante Einblicke und konkrete Fälle aus ihrem beruflichen Alltag geteilt hätten. „Dadurch konnten die Handlungsempfehlungen für AT&S noch praxisnäher gestaltet werden“, so die Absolventin.
Am IMC Krems wird das Thema Geschäftsgeheimnisse bereits seit mehreren Jahren unter anderem im Rahmen von EU-Projekten aus wirtschaftlich-ökonomischer Perspektive erforscht.
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