Mathematiker erhält höchste akademische Auszeichnung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Akademiker mit Urkunden bei Verleihung in Graz
© uibk.ac.at

Julian Mangott wurde mit der Doktorwürde „Sub auspiciis Praesidentis Rei Publicae“ geehrt. Die Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten gilt als höchste akademische Auszeichnung Österreichs.

Am Samstag, 10. Oktober, wurde Julian Mangott im Rahmen der Sponsions- und Promotionsfeierlichkeiten die Doktorwürde „Sub auspiciis Praesidentis Rei Publicae“ verliehen. Seit 1952 werden mit dieser Ehrung außergewöhnliche Studienleistungen in Österreich gewürdigt.

Die Anforderungen für diese besondere Form der Promotion sind streng: Die Oberstufe einer höheren Schule muss mit sehr gutem Erfolg absolviert werden, die Matura mit Auszeichnung bestanden sein. Sämtliche Abschnitte des Hochschulstudiums sowie die wissenschaftlichen Abschlussarbeiten müssen mit „sehr gut“ bewertet werden. Zudem darf die durchschnittliche Studiendauer nicht überschritten werden. Nur Studierende, die sich durch ihr Verhalten an der Hochschule und darüber hinaus als auszeichnungswürdig erweisen, werden zugelassen.

Als sichtbares Zeichen erhalten die Promovierten einen Ehrenring. Seit 2024 findet die Überreichung nicht mehr an den einzelnen Universitäten statt, sondern einmal jährlich bei einer gemeinsamen Zeremonie für alle Ausgezeichneten in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird den Ehrenring Julian Mangott im Frühling 2027 in der Hofburg überreichen.

Durchbruch bei biochemischen Simulationen

In seiner Dissertation befasste sich Julian Mangott mit numerischen Lösungsmethoden für stochastische Reaktionsnetzwerke. Diese Netzwerke bilden biochemische Prozesse in der menschlichen Zelle ab und sind ein zentrales Werkzeug bei der Entwicklung neuer Medikamente. Die zugrundeliegende chemische Mastergleichung ist jedoch so komplex, dass selbst Supercomputer an ihre Grenzen stoßen.

Die von Mangott entwickelte Lösungsmethode senkt den Speicherbedarf und den Rechenaufwand drastisch. Dadurch können die Reaktionsnetzwerke nun auf Laptops gelöst werden.

„Julian Mangott hat in seiner Dissertation innovative Algorithmen entwickelt, um den sogenannten Fluch der Dimensionalität bei der Simulation komplexer chemischer Reaktionsnetzwerke zu überwinden. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis komplexer biologischer Prozesse, die z.B. bei der Entstehung und Krebszellen eine Rolle spielen“, betont Laudator Lukas Einkemmer.

Vom Physikstudium zur Mathematik

Julian Mangott stammt aus Serfaus und studierte zunächst Physik an der Technischen Universität Wien. Anschließend war er als Universitätsassistent am Institut für Mathematik der Universität Innsbruck tätig. Dort verfasste er im Rahmen des Doktoratskollegs „Computational Interdisciplinary Modelling“ (DK CIM) seine Dissertation „Dynamical Low-Rank Methods for Stochastic Reaction Networks“ unter der Betreuung von Professor Lukas Einkemmer, Martina Prugger und Professor Alexander Ostermann.

Für seine Arbeit wurde er heuer mit dem Hypo-Tirol-Bank-Dissertationspreis der Universität Innsbruck ausgezeichnet. Außerdem erhielt er kürzlich den KlarText-Preis der Klaus Tschira Stiftung für gelungene Wissenschaftskommunikation.

Neben Mathematik und Naturwissenschaften widmet sich Mangott der Musik: Parallel zum Doktorat studierte er Konzertfach Orgel am Tiroler Landeskonservatorium bei Michael Schöch.

Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/doktorwurde-sub-auspiciis-an-julian-mangott-verliehen

Worüber spricht Innsbruck morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.