„Matilda“-Musical in Linz mit Standing Ovations gefeiert

Mona HopfingerMona Hopfinger
Bücherstapel, lesendes Kind, Tor, Regenbogen, Fernseher und tanzende Silhouette
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Musical „Matilda“ nach Roald Dahls Kinderroman ist am Premierenabend im Linzer Musiktheater mit Standing Ovations bedacht worden. 19 Kinder standen unter der Regie von Choreografin Melissa King auf der Bühne, so der ORF.

Die Inszenierung des Musicals basiert auf dem 1988 veröffentlichten Kinderroman von Roald Dahl. Dennis Kelly und Tim Minchin schufen die Musical-Adaption, die deutschen Liedtexte verfasste Sabine Ruflair. Für die Aufführung in Linz arbeitete Choreografin Melissa King mit dem Landesmusikschulwerk zusammen und wählte 19 Kinder aus.

Die Hauptrolle wurde dreifach besetzt. Am Premierenabend überzeugte Valerie Kloiber als Matilda mit Textsicherheit und Bühnenpräsenz. Auch die anderen Kinder begeisterten mit Tanznummern und gesanglichen Leistungen, besonders beim Abschlusssong „Der Aufstand“.

Gut gegen Böse mit schwarzem Humor

Die Geschichte erzählt vom Kampf eines außergewöhnlich begabten Mädchens gegen dümmliche und herrschsüchtige Erwachsene. „Das ist aber ungerecht“, wiederholt Matilda immer wieder. Sie flüchtet sich in die bunte Welt der Bücher, die ihr die Kraft gibt, sich im grauen Alltag zu behaupten.

Stephan Prattes gestaltete das Bühnenbild mit raumhohen Bücherdeckeln, zwischen denen Szenenbilder wie das Schultor, das Klassenzimmer oder das Zimmer der Direktorin mit 25 Überwachungs-Monitoren eingeschoben wurden. Links und rechts vom Orchestergraben erschienen die elterliche Wohnung und die Bibliothek.

Schwarz-Weiß-Optik bis zur Befreiung

Bühnenbild und Kostüme von Judith Peter waren in Schwarz und Weiß gehalten und verstärkten den Eindruck des trostlosen Alltags. Erst mit der Eroberung durch die Kinder kamen Farben auf die Bühne und in die Kostüme.

Gernot Romic spielte die tyrannische Direktorin Knüppelkuh – eine fast immer männlich besetzte Rolle – schaurig böse. Ein jüngerer Zuschauer wechselte sichtlich verängstigt auf den Schoß seiner Begleiterin.

Patrizia Unger verkörperte die liebliche Lehrerin Fräulein Honig, die die hochbegabte Matilda fördern möchte. Sie kann sich weder gegen die Mutter noch gegen die Direktorin durchsetzen, für die Disziplin und Regeln oberstes Gebot sind. Erst durch Matildas telekinetische Kräfte, die Wasserbecher umkippen lassen, wird die Knüppelkuh in die Flucht geschlagen.

Komische Momente und emotionale Tiefe

Für komische Momente sorgten David Rodriguez-Yanez und Astrid Nowak als einfältige Eltern Wurmwald sowie der biegsame Fabian Koller als Tanzpartner von Frau Wurmwald. Rodriguez-Yanez bot nach der Pause die ironisch verdrehte Nummer „Ich bin schlau, weil ich viel fernsehe“ witzig dar.

Die Premiere des Familien-Musicals berührte nach rund zweieinhalb Stunden. King habe viel Gefühl zugelassen, ohne in Kitsch zu kippen. Die Anforderungen an die Schauspielerei waren enorm, weniger Text hätte der Musik mit poppigen bis jazzigen Elementen mehr Raum gegeben. Die Gesangsnummern wurden stimmlich überzeugend präsentiert.

Im Zentrum stand die Liebeserklärung an die Bücher. Die Botschaft – heute wohl eher weniger Handyschauen und mehr Lesen – dürfte bei den zahlreichen Kindern im ausverkauften großen Saal des Musiktheaters angekommen sein. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3370867/

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