Mayr-Melnhof mit 81 Prozent Gewinneinbruch im Halbjahr

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Verpackungskonzern Mayr-Melnhof verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen massiven Rückgang beim Nettogewinn. Dieser fiel um 81 Prozent auf 31,2 Millionen Euro, hauptsächlich bedingt durch Sondereffekte aus dem Vorjahresverkauf der TANN-Gruppe.

Der börsennotierte Verpackungshersteller Mayr-Melnhof (MM) meldete am Donnerstag einen deutlichen Gewinnrückgang für die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Der Nettogewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 81 Prozent auf 31,2 Millionen Euro ein. Der Konzernumsatz ging um 8,9 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zurück, das Ergebnis vor Steuern sank um 76,5 Prozent auf 45,8 Millionen Euro.

Hauptgrund für den starken Rückgang ist der Verkauf der TANN-Gruppe, die Zigaretten-Mundstückpapier produzierte. Dieser Verkauf erfolgte im Juni des Vorjahres und brachte damals einen Einmalertrag von 122,8 Millionen Euro. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Umsatzrückgang lediglich 4,7 Prozent betragen. Das bereinigte EBITDA verringerte sich auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent auf 200,2 Millionen Euro.

Zusätzlich belasteten im ersten Halbjahr 2026 Einmaleffekte von 22,9 Millionen Euro für das Transformationsprogramm "Fit-for-Future" das Ergebnis. Dieses Effizienzprogramm lieferte nach Angaben des Unternehmens jedoch einen Ergebnisbeitrag von 105 Millionen Euro und federte damit vor allem niedrigere Verkaufspreise in der Sparte Board & Paper ab.

Unterschiedliche Entwicklung in den Sparten

Die Sparte Board & Paper verzeichnete einen Rückgang des bereinigten EBITDA um 19 Prozent im Jahresvergleich, zeigte aber eine Erholung gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Der Bereich Pharma & Healthcare Packaging legte hingegen um 14 Prozent beim EBITDA zu. Die Division Food & Premium Packaging blieb auf vergleichbarer Basis nahezu unverändert mit einem Plus von einem Prozent.

Herausfordernder Ausblick für zweite Jahreshälfte

Für die kommenden Monate rechnet das Unternehmen mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld. CEO Peter Oswald erwartet eine verhaltene Konsumentennachfrage sowie steigende Kosten bei Transport, Energie, Chemikalien, Holz und Altpapier. Geplante Wartungsstillstände in den Werken Kwidzyn und Kotkamills werden das Betriebsergebnis im dritten Quartal voraussichtlich mit rund 35 Millionen Euro belasten.

Trotz der Herausforderungen zeigt sich Oswald optimistisch bezüglich des Transformationsprogramms. Das kumulierte Einsparziel bis 2027 wurde von bisher 250 Millionen auf über 330 Millionen Euro angehoben.

Quelle: APA

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