Med Uni Graz droht Budgetloch von bis zu 90 Millionen Euro

Der Medizinischen Universität Graz droht durch geplante Sparmaßnahmen der Bundesregierung eine massive Finanzlücke. Zwischen 60 und 90 Millionen Euro könnten in den Jahren 2028 bis 2030 fehlen, so der ORF.
Die Rektorin der Med Uni Graz, Andrea Kurz, warnt vor drastischen Auswirkungen auf den Universitätsbetrieb. Sollten die Sparpläne der Regierung umgesetzt werden, entstehe eine gewaltige Budgetlücke von 60 bis 90 Millionen Euro für die Jahre 2028 bis 2030.
Bei einer Diskussionsrunde in Graz am Montag wurde vor den langfristigen Folgen für Wirtschaft und Bildung gewarnt. Der Standort könnte an Attraktivität verlieren, hieß es.
Spitalsärzte-Gehälter als Hauptproblem
Der größte Teil der Finanzlücke entsteht durch eine geplante Neuregelung bei den Gehältern der rund 520 Spitalsärzte, die über die Med Uni angestellt sind und vom Bund bezahlt werden. Im Jahr 2023 wurden ihre Bezüge – wie im gesamten KAGes-Bereich – deutlich angehoben.
Die jährlichen Mehrkosten von 20 Millionen Euro hat der Bund bisher über ein Sonderbudget abgedeckt. Ab 2028 soll die Med Uni diese Kosten selbst tragen – eine Budgeterhöhung ist dafür aber nicht vorgesehen.
Stellenabbau und Einschnitte bei Forschung und Lehre
Um die Mehrkosten zu bewältigen, müsste die Med Uni laut Kurz rund 120 Stellen abbauen und viele weitere Einsparungen vornehmen. Die Auswirkungen würden Forschung, Lehre und die Ausbildung junger Ärzte massiv beeinträchtigen.
„Wenn es zu einer solchen Lücke kommt, wird das sicherlich unsere Forschung beeinflussen. Es wird die Lehre sehr stark beeinflussen sowie auch die Ausbildung unserer jungen Ärzte. Und die braucht man natürlich auch in Zukunft für die Patientenversorgung, nicht nur hier im Klinikum, sondern in der Steiermark und eigentlich in der Region Süd“, so Kurz.
Ob an den Sparplänen der Regierung noch etwas geändert werden kann, wird sich bald zeigen: Spätestens am 31. Oktober muss das neue Unibudget per Gesetz feststehen.
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