Mehr als 280 Kinder in Klosterneuburg operiert

Mathias FischerMathias Fischer
Kinderoperationen: verkürzte Wartezeit seit September 2025, 280 Kinder operiert
© Mit KI (Gemini) generiert

Das niederösterreichische Versorgungsprojekt „HNÖ hilft!“ zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz. Seit September 2025 wurden am Standort Klosterneuburg über 280 Kinder tagesklinisch an Hals, Nase und Ohren behandelt.

Das Projekt „HNÖ hilft!“ hat im ersten Jahr seines Bestehens mehr als 280 Kinder erfolgreich operiert. Seit September 2025 werden am Standort Klosterneuburg des Universitätsklinikums Tulln-Klosterneuburg geplante HNO-Eingriffe bei Kindern durchgeführt. Die OP-Ressourcen wurden frei, nachdem die Geburtshilfe im Juli 2025 nach Tulln verlegt worden war.

Zu den Eingriffen zählen die Entfernung der Rachendachmandel, der sogenannten kindlichen Polypen, sowie Eingriffe am Trommelfell mit möglicher Einlage eines Paukenröhrchens. Seit Mai 2026 werden zusätzlich Teilentfernungen der Gaumenmandeln vorgenommen.

Wartezeiten um mehrere Monate verkürzt

Landesrat Anton Kasser betonte, dass das Projekt zeige, wie eine Maßnahme des Gesundheitsplans 2040+ die Versorgung vieler Kinder verbessere. Durch die gezielte Nutzung bestehender Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit interdisziplinärer Teams werde die HNO-Versorgung gestärkt. Ein besonders wichtiger Erfolg sei, dass die Wartezeiten auf HNO-Eingriffe um mehrere Monate verkürzt werden konnten.

Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, erklärte, dass mit „HNÖ hilft!“ für Kinder und ihre Familien raschere Zugänge zu notwendigen Eingriffen geschaffen würden. Die mehr als 280 behandelten Kinder im ersten Jahr zeigten, dass die Maßnahme bei den Patientinnen und Patienten ankomme.

Zuweisung über drei HNO-Standorte

Die Indikation zur operativen Versorgung stellen ausschließlich HNO-Fachärztinnen und HNO-Fachärzte. Die Zuweisung erfolgt über die HNO-Standorte in St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt. Operiert wird einmal pro Woche am Standort Klosterneuburg.

Dr. Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für Niederösterreich und Schirmherr des Projekts, erklärte, dass HNO-Erkrankungen die Entwicklung und Lebensqualität von Kindern erheblich beeinträchtigen können. Umso mehr freue es ihn, dass im ersten Jahr bereits mehr als 280 Kindern geholfen werden konnte. Er wünsche sich, dass dieses erfolgreiche Modell auch in anderen medizinischen Bereichen Schule mache.

Dr. Hannes Brandt, Gründer des Vereins „HNÖ hilft!“ und HNO-Facharzt, sagte, das Ziel sei von Beginn an gewesen, Kindern mit häufigen HNO-Erkrankungen schneller zu helfen und Familien zugleich einen gut planbaren Behandlungsablauf zu bieten. Die Bilanz nach dem ersten Jahr bestätige, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenem Bereich, Kliniken und Pflege sei. Brandt operiert die kleinen Patientinnen und Patienten persönlich vor Ort.

Knapp 3.000 Eingriffe im Jahr 2025

In der operativen Tagesklinik am Standort Klosterneuburg werden neben „HNÖ hilft!“ auch tagesklinische operative Eingriffe aus den Bereichen Augenheilkunde, Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie sowie Gynäkologie durchgeführt. Im Jahr 2025 verzeichnete der Standort knapp 3.000 operative Eingriffe, von Jänner bis August 2026 waren es 2.189.

Dr. Herbert Huscsava, Ärztlicher Direktor der UK Tulln-Klosterneuburg, erklärte, dass tagesklinische Eingriffe eine rasche Rückkehr in die vertraute Umgebung ermöglichten und bei Berufstätigen die Ausfallzeiten auf das medizinisch notwendige Maß reduzierten.

Quelle: OTS

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