Messerattacke in St. Pölten: 28-Jähriger vor Gericht

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein 28-jähriger Afghane musste sich am Dienstag in St. Pölten wegen einer brutalen Messerattacke auf seine Lebensgefährtin verantworten. Die Anklage umfasst Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen, Vergewaltigung und Nötigung.

Am Dienstag stand ein 28-jähriger afghanischer Staatsangehöriger in St. Pölten vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, seine Lebensgefährtin in einem Mehrparteienhaus mit einem Messer körperlich verstümmelt zu haben. Der Beschuldigte zeigte sich zu diesem Tatvorwurf grundsätzlich geständig.

Der Staatsanwalt sprach in seinem Eröffnungsvortrag von Tatvorwürfen, die „so ungeheuerlich, so monströs“ seien, dass es schwierig sei, sie in Worte zu fassen. Der unbescholtene Angeklagte war mit der Frau viele Jahre in einer Beziehung gewesen, ehe es im Mai dieses Jahres zu einer Eskalation kam.

Vergewaltigung und Nötigung vorgeworfen

Bereits Mitte Mai soll es in der Wohnung des Mannes zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Der 28-Jährige bestritt diesen Vorwurf mehrfach. Am 19. Mai besuchte die Frau ihren Lebensgefährten erneut. Laut Staatsanwaltschaft vermutete der Angeklagte zu diesem Zeitpunkt einen Nebenbuhler und fühlte sich betrogen.

Der Mann soll der Frau ein Messer vorgehalten und sie zum Ausziehen gezwungen haben. Nach Schlägen und einer Knebelung dürfte er seine Lebensgefährtin mit einem Taschen- und einem Küchenmesser am Körper verstümmelt haben. Währenddessen soll er sie immer wieder nach einem etwaigen Liebhaber gefragt haben.

Opfer sollte „nachhaltig verunstaltet“ werden

Es sei dem Beschuldigten darauf angekommen, das Opfer „nachhaltig zu verunstalten“ und „unattraktiv zu machen“, führte der Vertreter der Anklagebehörde aus. Dem 28-Jährigen wird in diesem Zusammenhang Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen angelastet.

Bei seiner Befragung gab der Angeklagte an, es habe für den 19. Mai keinen genauen Tatplan gegeben. „Ich wollte nur, dass sie ein bisschen Blut sieht, damit sie Angst kriegt“, sagte der Mann. Eine Verstümmelung der Frau wollte der 28-Jährige trotz mehrfachen Vorhalts der vorsitzenden Richterin nicht so richtig wahrhaben. Für eine weitere Erörterung des Vorfalls wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Hilfe für Betroffene: In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter 0800-222-555 (www.frauenhelpline.at), beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, beim Frauenhaus-Notruf unter 057722, bei den Österreichischen Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217 (www.gewaltschutzzentrum.at) sowie beim Polizei-Notruf 133.

Quelle: APA

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