Messezentrum Salzburg muss 65.000 Euro Strafe zahlen

Pia ProdingerPia Prodinger
©APA/EVA MANHART (Symbolbild)

Das Wiener Kartellgericht hat eine Geldbuße gegen das Messezentrum Salzburg verhängt. Der Grund: Bei der Übernahme eines Messeveranstalters wurden wichtige Informationen verschwiegen.

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat beim Kartellgericht in Wien eine Strafe gegen das Messezentrum Salzburg erwirkt. Das Gericht verhängte eine Geldbuße von 65.000 Euro, wie die Behörde am Freitag mitteilte.

Der Vorwurf: Bei der Anmeldung der Übernahme von RX Salzburg im Jahr 2024 wurden der Behörde wesentliche Fakten vorenthalten. Das Messezentrum verschwieg, dass mit dem Kauf auch eine Minderheitsbeteiligung am Design Center in Linz erworben wurde – einem direkten Konkurrenten.

Irreführende Angaben bei Zusammenschlussanmeldung

Die Zusammenschlussanmeldung habe unrichtige und irreführende Angaben enthalten, stellte das Kartellgericht fest. Mit der Minderheitsbeteiligung seien wettbewerblich relevante Kontroll-, Einsichts- und Entsendungsrechte verbunden gewesen, die nicht offengelegt wurden.

Allerdings habe das Messezentrum während und nach dem Verfahren „umfassend und kontinuierlich“ mit der BWB zusammengearbeitet, betonte die Behörde. Das Unternehmen verpflichtete sich zudem zur Einhaltung von Auflagen.

Strafe deutlich unter dem möglichen Maximum

Die Entscheidung ist rechtskräftig. Nach dem Kartellrecht wären bei unrichtigen und irreführenden Angaben Geldbußen von bis zu einem Prozent des Gesamtumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahrs möglich gewesen. Das Messezentrum erzielte 2023 einen Umsatz von 13,2 Millionen Euro, 2025 waren es 26,7 Millionen Euro.

Die Übernahme von RX Salzburg sollte den drohenden Rückzug des Messeveranstalters verhindern. Damit wurde der Fortbestand großer Salzburger Messen wie „Alles für den Gast“, „Hohe Jagd und Fischerei“, „AutoZum“ oder „Bauen und Wohnen“ gesichert. Das Messezentrum Salzburg befindet sich zu je 39,3 Prozent im Besitz der Stadt und des Landes Salzburg sowie zu 21,4 Prozent der Wirtschaftskammer Salzburg.

Quelle: APA

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