Mikl-Leitner empfängt Kirchenvertreter im Landhaus

Mathias FischerMathias Fischer
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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat am Dienstag hochrangige Vertreter der römisch-katholischen und evangelischen Kirche in Niederösterreich getroffen. Bei dem Treffen im NÖ Landhaus betonte sie die Bedeutung christlicher Werte als Fundament der Gesellschaft.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat am Dienstag zahlreiche kirchliche Würdenträger im NÖ Landhaus empfangen. Die Landeshauptfrau bezeichnete das Zusammentreffen als „schöne und langjährige Tradition“. Der Einladung folgten hochrangige Repräsentanten beider großer christlicher Konfessionen in Niederösterreich, darunter der Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Michael Simmer sowie zahlreiche Äbte niederösterreichischer Stifte und Klöster.

Bekenntnis zu christlichen Werten und Kreuz

Für die beste Zukunft der Kinder brauche es klare Haltungen wie Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand sowie ein festes Fundament, erklärte Mikl-Leitner. Dieses Fundament sei christlich geprägt: „Es sind die christlichen Werte und Traditionen.“ Das Kreuz sei ein unverzichtbares Symbol, zu dem sich Niederösterreich auch künftig in öffentlichen Räumen klar bekennen werde, hielt die Landeshauptfrau fest.

Zu den christlichen Werten gehöre auch, dass alle Kinder frei und selbstbestimmt aufwachsen können, so Mikl-Leitner. Mädchen und Burschen sollten gleichberechtigt und gleichbestimmt aufwachsen können. Dazu gehöre auch das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14. Das Kopftuch sei nicht nur ein Stück Stoff, sondern ein Symbol der Unterdrückung, begründete sie ihre Haltung.

Geburtenrate als zentrale Zukunftsfrage

„Ohne Kinder keine Zukunft“, betonte die Landeshauptfrau. Sie verwies auf Südkorea, wo die Geburtenrate bei unter einem Kind pro Frau liege, oder Japan, wo bereits 8.000 Schulen geschlossen werden mussten, weil es dort zu wenige Kinder gebe. Die Geburtenrate sei die wichtigste Zukunftsfrage, für die es einen Paradigmenwechsel brauche.

Man müsse wieder anders über Familie sprechen, forderte Mikl-Leitner. Familie sei keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Familie sei kein Wagnis, sondern ein großes Geschenk. Wer zur Familie Ja sage, sage Ja zur Verantwortung und bekomme auch viel: Kraft, Liebe, Wärme, Nähe und Geborgenheit. Familie sei daher nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste Zukunftsfrage der Menschheit.

Gemeinsame Verantwortung von Kirche und Politik

Kirche und Politik verbinde die gemeinsame Verantwortung, erklärte die Landeshauptfrau. Dies sei zum einen die Verantwortung, das kulturelle Erbe für die nächsten Generationen zu bewahren, und zum anderen die Verantwortung, für die Menschen im Land da zu sein. Sie bedankte sich bei den kirchlichen Vertretern für die Seelsorge, für die Arbeit in Kindergärten und Schulen, bei der Betreuung Älterer und Kranker sowie für die vielen Menschen, die sich in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen freiwillig engagieren.

Erzbischof Grünwidl bedankte sich für diese gute Tradition, die auch ein Zeichen der Wertschätzung sei, und für die Unterstützung, die Stifte, Klöster und Pfarren erfahren. Für ein gutes gesellschaftliches Miteinander brauche es viele Bausteine wie Solidarität, Empathie und Engagement: „Wir alle bemühen uns, solche Bausteine zu bilden.“

Superintendent Simmer meinte, Hoffnung sei nicht das Ergebnis guter Planung, sondern ein Geschenk. Gerade im Blick auf immer wieder neue Krisen und die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt sagte er: „Hoffnung ist eine Entscheidung, trotz aller Unsicherheiten weiter zu gehen.“

Quelle: OTS

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