Millionen Vögel sterben an Glasscheiben – neue Förderung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Dreieckfenster mit Holzverkleidung und Blättern im Vordergrund
© kukmirn.at

Jedes Jahr verenden Millionen Vögel durch Kollisionen mit Fenstern und verglasten Flächen. Naturschutzorganisationen beziffern allein für Deutschland 100 bis 115 Millionen Opfer pro Jahr. Nun werden Maßnahmen gegen Vogelanprall gefördert.

Glasflächen an Gebäuden, Wintergärten, Balkonbrüstungen und Lärmschutzwänden werden für Vögel zur tödlichen Falle. Im Siedlungsraum zählt der Anprall an Glas zu den größten Gefahren für die Tiere. Mit zunehmender Verbauung und der wachsenden Verwendung von Glas steigt die Zahl der Todesopfer kontinuierlich.

Naturschutzorganisationen schätzen, dass in Deutschland jährlich zwischen 100 und 115 Millionen Vögel auf diese Weise ums Leben kommen. Das entspricht über fünf Prozent aller dort lebenden Vögel. Betroffen sind nicht nur häufige Arten, sondern auch seltene Spezies wie Waldschnepfe, Eisvogel oder Sperber.

Hohe Dunkelziffer bei Vogelopfern

Die tatsächliche Zahl der Opfer dürfte noch höher liegen, denn die meisten toten Vögel werden nicht entdeckt. Viele Tiere sterben nicht sofort, sondern erleiden eine Gehirnblutung. Sie fliegen noch in nahegelegene Gebüsche, wo sie an ihren Verletzungen verenden. Katzen, Raben, Ratten und Marder beseitigen die Kadaver rasch, bevor Menschen sie finden können.

Rund 80 Prozent der Vögel, die mit Glasscheiben zusammenstoßen, hinterlassen zudem keine sichtbaren Spuren. Experten gehen daher von einer erheblichen Dunkelziffer aus.

Transparenz und Spiegelungen als Problem

Transparente Glasflächen können Vögel nicht von Luft unterscheiden, da Konturen und Texturen fehlen. Ebenso problematisch sind Spiegelungen auf Glas, die von den Tieren nicht von der Realität unterschieden werden können. Verspiegelte Flächen gelten als besonders gefährlich, weil sie dauerhaft ein Spiegelbild erzeugen.

Greifvogelaufkleber zeigen keine Wirkung

Aufgeklebte Greifvogelsilhouetten erweisen sich als wirkungslos. Da sie sich nicht bewegen, sehen Vögel solche Aufkleber nicht als Feind. Naturschutzorganisationen empfehlen stattdessen vollflächige Markierungen. In Tests haben sich Lösungen mit Streifen und Punktrastern als besonders wirksam erwiesen. Seltene Reinigung von Glasscheiben, Insektengitter und Teil-Markierungen bringen hingegen kaum Erfolg.

Reflektierende Punkte reduzieren Anprall um 90 Prozent

Eine innovative Lösung gegen Vogelanprall kann auch nachträglich an bestehenden Bauteilen angebracht werden. Dabei handelt es sich um neun Millimeter kleine Punkte mit stark reflektierender Außenseite und lichtabsorbierender, schwarzer Innenseite. Die Punkte werden im Abstand von neun Zentimetern vollflächig aufgeklebt. Mit Hilfe eines mitgelieferten Maßbands und einer Montageanleitung lassen sie sich einfach anbringen. Es wird keine vollflächige Folie verwendet – nur die Punkte bleiben auf der Scheibe, die Trägerfolie wird entfernt.

Die Markierungen bedecken weniger als ein Prozent der Scheibenoberfläche und sind von innen kaum sichtbar. Sie reduzieren das Risiko von Vogelanprall nachweislich um rund 90 Prozent. Die Kosten belaufen sich auf etwa acht Euro je Quadratmeter, bei größeren Flächen sinkt der Preis.

Interessierte können sich an Naturschutzberater Reinhard Hölzl wenden: 0664/1437188

Quelle: https://www.kukmirn.at/vogelschutz-am-eigenen-haus

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