Minderheitensprachen: Bildungsforum in Klagenfurt

Mathias FischerMathias Fischer
Andrea Bicsár spricht bei Forum Minderheitensprachen 2020 in Klagenfurt/Celovec
© Private Pädagogische Hochschule Burgenland

In Klagenfurt trafen sich am 20. Oktober Bildungsakteure, um über den Erhalt autochthoner Minderheitensprachen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kontinuität vom Kindergarten bis zur Schule gelingen kann.

Unter dem Motto „Mitreden. Mitforschen. Mitwachsen“ versammelten sich Vertreter aus Bildungspolitik, Wissenschaft und Praxis beim FORUM Minderheitenschulwesen 2026 in Klagenfurt/Celovec. Das Stakeholder-Treffen widmete sich dem Erhalt von Minoritätssprachen über alle Bildungsstufen hinweg.

Sprache braucht durchgängige Begleitung

Andrea Bicsar und Jasmin Mersits-Linzer von der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland lieferten einen Impulsvortrag. Ihr Leitsatz: „Eine Sprache erhält sich nicht an einem Ort“. Die beiden Referentinnen fragten, wie frühe sprachliche Bildung beim Wechsel von Familie zu Kindergarten und Schule funktionieren kann – mit Fokus auf Minderheitensprachen.

Sprachen bleiben laut den Vortragenden nur erhalten, wenn sie die gesamte Bildungsbiografie begleiten. Familien dürften dabei nicht allein gelassen werden, betonten sie. Der historische Assimilationsdruck wirke bis heute nach, weshalb Gesellschaft und Politik Rückhalt bieten müssten. Spracherhalt könne nicht von Einzelpersonen allein getragen werden.

Praxisleitfaden aus dem Burgenland

Als Grundlage diente das Sprachpädagogische Rahmenkonzept, das 2023 im Auftrag des Landes Burgenland entwickelt wurde. Es unterstützt Kinderbildungseinrichtungen bei der Förderung von Zwei- und Mehrsprachigkeit. Aus dem Implementierungsprojekt „Natürlich mehrsprachig“ wurden praktische Erfahrungen präsentiert.

Gemeinsames Forschungsprojekt geplant

Schon beim FORUM 2025 entstand die Idee eines bundesländerübergreifenden Citizen-Science-Projekts. Unter dem Titel „Projektgarten 2026: Säen | Entdecken | Wachsen lassen | Gemeinsam gestalten“ wollen Burgenland und Kärnten die Übergänge zwischen Familie, Kindergarten und Volksschule erforschen. Das Vorhaben steckt derzeit in der Konzeptphase. Beim aktuellen Forum tauschten sich die Teilnehmer über verschiedene Projektaspekte aus und hielten erste Erkenntnisse fest.

Quelle: https://www.ph-burgenland.at/home/news-detail?tx_news_pi1[action]=detail&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[news]=661&cHash=7f95a1165276de319b52761a58475126

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