Mintzlaff verhandelt mit DFB über Klopp-Freigabe

Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff trifft sich am Dienstag mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke. Es geht um die Freigabe von Jürgen Klopp für den Bundestrainer-Posten.
Der 50-jährige Geschäftsführer von Red Bull, Oliver Mintzlaff, steht vor einem entscheidenden Gespräch mit der deutschen Fußball-Führung. Am Dienstag soll das Treffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke stattfinden. Thema ist die Freigabe von Jürgen Klopp, der seit 1. Jänner 2025 als Head of Global Soccer für das Sportimperium des Unternehmens aus Fuschl am See tätig ist.
Das DFB-Duo hatte bei einem Kurztrip nach New York bereits erfolgreich mit Klopp über die Übernahme des Bundestrainer-Postens verhandelt. Einigt sich das Trio nun, wäre der Weg für Klopp zum DFB frei.
Kreative Lösungen statt Ablösesumme
Berichten zufolge geht es bei den Verhandlungen um kreative Lösungen. Eine Ablösesumme für Klopp soll nicht im Vordergrund stehen. Auch eine Weiterbeschäftigung als Markenbotschafter für Red Bull ist offenbar nicht geplant. Stattdessen werden andere Kompensationsmöglichkeiten diskutiert, etwa mehr Länderspiele in der Leipziger Red Bull Arena.
Klopp könnte künftig auch häufiger dort auf der Tribüne sitzen, wenn er Nationalspieler im Bundesliga-Einsatz beobachtet. Joachim Löw saß jahrelang bevorzugt in seinem Freiburger Heimstadion, Rudi Völler ist regelmäßig in der BayArena zu sehen.
Ernüchterung bei Red Bull
Mintzlaff hatte Klopp vor gut anderthalb Jahren als „sicherlich stärkste Verpflichtung in der Fußball-Historie von Red Bull“ bezeichnet. Die Inthronisation wurde mit einer großen Pressekonferenz im Hangar 7 auf dem Salzburger Flughafen inszeniert, übertragen vom hauseigenen Sender ServusTV.
Doch österreichischen Berichten zufolge soll mittlerweile eine gewisse Ernüchterung eingetreten sein. Die „Salzburger Nachrichten“ schrieben, Klopps Wirken bei Red Bull sei „sportlich praktisch völlig erfolglos“. Das Blatt gilt am Standort des FC Red Bull Salzburg als gut informiert.
Schwierige Phase für das Sportimperium
Die Rolle des Bundestrainer-Machers dürfte Mintzlaff nicht ungelegen kommen. Der Geschäftsführer hat derzeit reichlich zu tun mit dem Sportimperium des Getränkeunternehmens. In der Formel 1 droht im schlimmsten Fall der Weggang des viermaligen Weltmeisters Max Verstappen. Vom Titelgewinn in der laufenden Rennsaison sind die Red Bulls weit entfernt.
Auch im Fußball blieben die ganz großen Erfolge aus. Dass RB Leipzig nach einer eigentlich überzeugenden Saison in der Fußball-Bundesliga die Trennung von Trainer Ole Werner bekanntgab, passte ins nicht so ganz PR-perfekte Bild des weltweit operierenden Konzerns.
Mintzlaffs Aufstieg zum starken Mann
Nach dem Tod von Firmengründer Dietrich Mateschitz stieg der ehemalige Mittelstreckenläufer und Sport- und Wirtschaftsmanager zum starken Mann beim Unternehmen auf. Den Posten als Geschäftsführer des Bundesligisten RB Leipzig gab er auf. Bei Red Bull ist Mintzlaff für sämtliche sportliche Aktivitäten verantwortlich: zwei Formel-1-Teams, weitere Fußball-Clubs in den USA, Japan und Brasilien, zwei Eishockey-Vereine sowie ein Radsport-Team.
Mintzlaff gilt als zielorientiert und handlungsstark. In der Formel 1 veranlasste er im vergangenen Jahr nach einem Machtkampf die Trennung von Teamchef Christian Horner, der seit dem Einstieg des Teams zur Saison 2005 dabei war. Mintzlaff hatte Mateschitz beim ersten Gespräch 2012 nachhaltig beeindruckt.
DFB-Vergangenheit und günstige Konstellation
Nach dem WM-Scheitern 2022 gehörte Mintzlaff bereits der DFB-Taskforce an, die nach dem Debakel von Katar noch unter Hansi Flick als Nationaltrainer mit einschneidenden Reformen für eine blühende Fußball-Zukunft sorgen sollte.
Nicht mal ein Jahr nach der Gründung trat Mintzlaff zusammen mit dem langjährigen Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge aus dem Gremium aus. Grund war die Berufung von Andreas Rettig zum Geschäftsführer Sport beim DFB. Rettig war auch ein Kritiker des Red-Bull-Konstruktes im Fußball. Er wird den DFB nach Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende verlassen – auch das ist förderlich für die anstehenden Gespräche über Klopp.
Quelle: dpa
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