Mit Interrail durch Andalusien: Winterflucht per Zug

Ein österreichisches Paar nutzte den Interrail-Pass für eine einmonatige Zugreise durch Spanien im Februar. Stürme und Überflutungen sorgten für Zugausfälle, doch die Flexibilität der Bahnreise ermöglichte spontane Planänderungen.
Ein Ehepaar aus Österreich hat sich im vergangenen Herbst eine besondere Auszeit geplant: einen Monat Urlaub im heurigen Februar, um dem Winter zu entfliehen. Die Vorgaben waren klar – Europa, Eisenbahn, Februar und Sonne. Die Wahl fiel auf Andalusien, eine Region, die beide noch nicht kannten.
Die Entscheidung für Interrail war schnell getroffen. Was in jungen Jahren versäumt wurde – das Trampen in überfüllten Zügen ohne Klimaanlage – sollte nun im fortgeschrittenen Alter nachgeholt werden. Einer der beiden Reisenden profitierte bereits vom Seniorentarif. Die gute Nachricht: Interrail hat sich stark verändert. Reservierungspflicht in Hochgeschwindigkeitszügen, Online-Fahrpläne und Buchungsplattformen für Unterkünfte erleichtern das Reisen erheblich.
Von Galli über die Schweiz nach Spanien
Im Februar startete die Reise von Galli aus. Über die Schweiz erreichte das Paar in nur zwei Tagen Figueres in Spanien, etwa eine Stunde nördlich von Barcelona. Die Geburtsstadt von Salvador Dali liegt etwas abseits vom Meer und diente als Ausgangspunkt für Wanderungen in der Sonne mit Frühlingsgefühlen.
Auf der Route lagen Städte wie Valencia, Sevilla, Cordoba und Cadiz. Doch der Februar brachte Südwesteuropa heuer ungewöhnlich schlechtes Wetter. Stürme und Starkregen samt Überflutungen brachten das spanische Eisenbahnnetz an seine Grenzen. Immer wieder wurden gebuchte Züge gestrichen.
Flexibilität als Vorteil
Eisenbahnangestellte halfen dem Paar jedes Mal hilfsbereit und geduldig weiter. Flexibilität war gefragt – genau das sei aber der Vorteil einer Interrail-Reise mit spontan buchbaren Unterkünften, so der Reisende. Als die Strecke nach Malaga gesperrt wurde, nahm das Paar kurzerhand einen Zug nach Granada und besuchte die Alhambra, eine maurische Palastanlage und UNESCO-Weltkulturerbe. Ursprünglich war dieser Besuch nicht eingeplant gewesen.
Diese Freiheit habe ihren Reiz, so die Erfahrung: „Geht es dahin nicht, so fahren wir halt dorthin.“ Kurzzeitig wurde sogar überlegt, Spanien wetterbedingt zu verlassen und nach Frankreich zu fahren. Doch der Zauber Andalusiens, „das Land des Lichts“, hielt das Paar fest.
Praktische Hinweise für Interrail-Reisende
Der Gastautor gibt mehrere Tipps für künftige Interrail-Nutzer:
Es gibt zwei- bis dreimal jährlich Aktionen mit Ermäßigungen bis zu 25 Prozent. Der Pass ist ab Kaufdatum bis zum Reiseantritt elf Monate gültig.
Hochgeschwindigkeitszüge sind reservierungspflichtig, die Preise liegen teilweise über 12 Euro.
Für Interrail-Reservierungen gibt es Kontingente – zu beliebten Zeiten können Plätze schnell ausgebucht sein.
In Spanien muss das Gepäck bei Hochgeschwindigkeitszügen durch Sicherheitsschleusen wie am Flughafen.
Den Interrail-Pass gibt es sowohl in Papierform als auch als App.
Ab 60 Jahren gilt der Seniorentarif
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