Mittelalter nutzte Pflanzen als Liebessymbole wie Emojis

Pia ProdingerPia Prodinger
Frau mit roten Locken und Strickjacke lächelt vor Bücherregal in Wien
© MICHAELA BEGSTEIGER

Bereits im Mittelalter dienten Pflanzen und Früchte als verschlüsselte Zeichen für Liebe und Sexualität. Eine Grazer Germanistin zeigt, dass die heutige Emoji-Sprache historische Wurzeln hat.

Die Verwendung von Pfirsich- und Melanzani-Emojis als Codes für Körperteile oder sexuelle Anspielungen ist kein Phänomen der digitalen Ära. Wie Isabella Managò gemeinsam mit ihren Kolleginnen Brigitte Spreitzer-Fleck und Julia Zimmermann aufzeigt, verwendeten bereits mittelalterliche Texte die Natur, um über sexuelles Begehren zu kommunizieren.

Die Germanistin erforscht mittelalterliche Literatur und macht deutlich, dass Themen wie Geschlecht, Macht und deren Darstellung keine Erfindungen der Moderne sind. Bereits damals wurden Pflanzen und Früchte als Chiffren für die Liebe eingesetzt.

Diese Form der Verschlüsselung körperlicher Anspielungen zieht sich durch die Jahrhunderte. Was heute in Kurznachrichten als Emoji-Code für Penis, Vulva oder Gesäß dient, hat seine Entsprechung in der Bildsprache mittelalterlicher Texte. Die Forschung zeigt, warum uns diese Art der symbolischen Kommunikation bis heute vertraut ist.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/minne-und-melanzani-was-mittelalter-literatur-mit-emojis-verbindet

Worüber spricht Graz morgen?

Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.