Mobile Kinderkrankenpflege erhält Bundesverband

Sechs Landesorganisationen der mobilen Kinderkrankenpflege haben sich zu einem gemeinsamen Bundesverband zusammengeschlossen. MOKI ÖSTERREICH soll die Interessen schwerkranker Kinder und ihrer Familien österreichweit vertreten.
Mit der Gründung von MOKI ÖSTERREICH bekommt die mobile Kinderkrankenpflege in Österreich erstmals seit vielen Jahren wieder eine gemeinsame bundesweite Vertretung. Der neue Bundesverband bündelt die Kräfte von sechs Landesorganisationen aus dem Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Tirol.
Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Bad Vöslau wird von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet. Ziel ist es, die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit schweren oder chronischen Erkrankungen, Früh- und Neugeborenen, Kindern mit Behinderungen sowie Familien in palliativen Lebenssituationen österreichweit zu vertreten.
74.000 Einsatzstunden im Jahr 2025
Die Mitgliedsorganisationen verfügen über beträchtliche Ressourcen: 2025 wurden österreichweit rund 1.400 Kinder und Jugendliche mobil betreut. Dabei leisteten etwa 180 speziell ausgebildete Pflegekräfte rund 74.000 Einsatzstunden.
Was seit 1999 inhaltlich verbunden war, hatte sich durch föderale Strukturen zunehmend in einzelne Landesorganisationen verzweigt. Nun koordiniert die Dachorganisation gemeinsame Aktivitäten, bündelt zentrale Anliegen auf Bundesebene und sorgt für einheitliche Qualitäts- und Kommunikationsstrukturen.
Bundesweite Interessenvertretung als Ziel
„Erstmals gibt es eine bundesweite Interessenvertretung der mobilen Kinderkrankenpflege. Während Anliegen bislang überwiegend auf Landesebene behandelt wurden, setzen wir uns nun österreichweit für bessere strukturelle, finanzielle und fachliche Rahmenbedingungen ein – mit gebündelter Expertise und einer klaren, starken Stimme“, erklärt Doris Zoder-Spalek, Präsidentin von MOKI ÖSTERREICH.
Die inhaltliche Arbeit orientiert sich an den Rechten der Kinder und Jugendlichen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention. Der Bundesverband versteht sich als fachlich fundierte Interessensvertretung für mobile Gesundheits- und Krankenpflege im Kinder- und Jugendlichenbereich sowie für die Beratung und Begleitung von An- und Zugehörigen.
Sensibilisierung und politische Mitgestaltung
Zu den Zielen des Bundesverbands zählen die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedürfnisse junger Menschen, die Weiterentwicklung fachlicher und qualitativer Standards, die aktive Mitgestaltung politischer Rahmenbedingungen sowie die Sichtbarmachung aktueller Herausforderungen im Bereich der mobilen Kinderkrankenpflege.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Bundesverbands ist auf regelmäßigen fachlichen Austausch und gemeinsame Weiterentwicklung ausgerichtet. Monatliche Mitglieder- und Vernetzungstreffen sowie eine jährliche Vollversammlung stärken die Kooperation und fördern Synergien.
Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge der Landesorganisationen sowie durch Spenden. „Für 2026 haben wir klare Ziele: erste bundesweite mediale Auftritte, den Aufbau einer gemeinsamen Präsenz in sozialen Netzwerken und die weitere Stärkung des Zusammenhalts unserer Mitgliederorganisationen“, so Zoder-Spalek.
Quelle: OTS
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