Mödling startet Hitzeaktionsplan gegen Klimakrise

Mathias FischerMathias Fischer
Fünf Personen legen Hände vor der Europa Sport Mittelschule in Wien zusammen.
© Stadtgemeinde Mödling

Die Stadtgemeinde Mödling hat mit der Ausarbeitung eines Hitzeaktionsplans begonnen. Kühle Räume, Klimatisierung von Bildungseinrichtungen und zusätzliche Wasserstellen sollen die Bevölkerung vor zunehmender Hitze schützen.

Die niederösterreichische Stadt Mödling reagiert auf die zunehmende Hitzebelastung durch die Klimakrise mit einem umfassenden Aktionsplan. Nach Temperaturen von knapp 40 Grad Ende Juni hat die Stadtgemeinde nun den Startschuss für ein Maßnahmenpaket gegeben, das die Bevölkerung auf künftige Hitzeperioden vorbereiten soll.

Bürgermeisterin Silvia Drechsler betont die Dringlichkeit: Die steigende Hitze stelle eine wachsende Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Die Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung sei daher von großer Bedeutung.

Gesundheitsreferat koordiniert Maßnahmen

Das Gesundheitsreferat unter Stadtrat Stephan Schimanowa wurde beauftragt, alle bisherigen Aktivitäten der Stadt zu bündeln und gemeinsam mit der Verwaltung einen Hitzeplan zu entwickeln. Bei einem ersten Treffen führten Vertreter aus Stadtverwaltung und Politik bestehende Informationen und Pläne zusammen. Nun werde der Status Quo erhoben und Best Practice-Beispiele aus anderen Gemeinden geprüft, so Schimanowa.

Netz von kühlen Räumen geplant

Ein zentraler Bestandteil des Plans ist ein Netz von „Kühlen Räumen“ im gesamten Stadtgebiet, in denen sich Personen kostenlos aufhalten können. Erste Gespräche mit möglichen Partnern laufen bereits. Die bestehenden Angebote der Kirchen sollen dabei weiterhin genutzt werden.

Zusätzlich sind weitere Kühlungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum vorgesehen: mehr Beschattung, neue schattige Sitzgelegenheiten und Wasserstellen. Nach dem Vorbild der Stadt Baden sollen auch Betriebe eingebunden werden, in denen Trinkwasserflaschen kostenlos aufgefüllt werden können.

Geprüft wird zudem die Einrichtung eines Kälte-Telefons oder ähnlicher Dienstleistungen, verbunden mit einem Shuttledienst für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Alle Maßnahmen sollen über die verfügbaren Kommunikationskanäle der Stadt bekannt gemacht werden.

Klimatisierung von Bildungseinrichtungen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kühlung von Schulen und Kindergärten. Erste Kostenschätzungen werden bereits eingeholt, um die Gebäude nach Dringlichkeit zu klimatisieren. Da auf vielen Kindergärten bereits PV-Anlagen installiert sind, wäre der Betrieb kostensparend möglich.

Die Mittelschul- und Sonderschulgemeinde unterstützen die Bestrebungen und sind wichtige Partner bei der Umsetzung. Gemeinderätin Sabine Karl-Moldan, Obfrau der Mittelschulgemeinde, erklärt: „Gemeinsam wollen wir die Klimatisierung unserer Bildungseinrichtungen umsetzen. Es ist eine Initiative für unsere Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte.“

Vizebürgermeister Rainer Praschak unterstreicht, dass Hitzevorsorge längst keine Zukunftsfrage mehr sei, sondern eine konkrete und gegenwärtige Aufgabe für die Stadt. Man arbeite an einem Bündel von Maßnahmen und wo nötig auch an technischen Lösungen. Gerade Kinder und ältere Personen bräuchten in besonders heißen Wetterphasen besonderen Schutz.

Quelle: https://www.moedling.at/Startschuss_fuer_Moedlinger_Hitzeaktionsplan

Gruppe von acht Personen auf einer Treppe in Mödling.
© Stadtgemeinde Mödling

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