Mörz peilt bei Turnen-WM in Rotterdam Sprungfinale an

Die burgenländische Turnerin Charlize Mörz startet am Montag in die Qualifikation der Weltmeisterschaften in Rotterdam. Die 21-Jährige will erneut ins Sprungfinale, verzichtet aber auf riskantere Elemente.
Die österreichische Turnerin Charlize Mörz geht mit realistischen Erwartungen in die Weltmeisterschaften in Rotterdam. Nach ihrem siebenten Platz im Sprungfinale bei der WM 2025 in Jakarta hat die Burgenländerin weitere Fortschritte gemacht. Am Montag steht für die 21-Jährige gemeinsam mit Leni Bohle die Qualifikation an, Gino Vetter ist bereits am Samstag dran.
„Die Finalteilnahme wäre natürlich cool. Aber ich will versuchen, es auch zu genießen, weil die Saison schon so lange ist“, erklärte Mörz. Sie wolle sehen, wo sie stehe, um zu wissen, woran noch gearbeitet werden müsse. Bei der EM heuer hatte sie im Sprungfinale Platz sechs erreicht.
Bewährte Elemente statt Risiko
Für eine Medaille bei einem Großereignis fehlt der Österreicherin noch die nötige Schwierigkeit in ihren Sprüngen. Bei dieser WM setzt sie dennoch auf jene Elemente, die sie sehr sauber ausführen kann – auch wenn deren Schwierigkeitsgrad geringer ist. „Aber für eine Medaille brauchst du einen schwierigeren Sprung“, räumte sie ein. Dieses Risiko wolle sie in Rotterdam noch nicht eingehen.
Im Training arbeitet Mörz seit längerem an einem Überschlag mit eineinhalb Schrauben. Auf weichem Untergrund klappt die Landung bereits gut, für harten Boden fühle es sich aber noch nicht sicher genug an. „Für so einen Sprung kann das schon ein, zwei Jahre dauern oder sogar noch länger“, sagte die Turnerin, die in Wien, Linz und Klagenfurt trainiert.
Körperlich müde, aber stark
Die lange Saison hinterlässt Spuren. Mörz spürt, dass auf den Füßen heuer schon sehr viel Belastung gewesen sei. „Schon halt alles bissl müde, aber noch gut, dass ich sage, es behindert mich im Training noch nicht“, so die Athletin. Körperlich sei sie sehr stark. Die Routine von vier WM-Teilnahmen helfe ihr, nicht mehr so nervös zu sein.
Vom Sprung zur Mehrkämpferin
In jedem Training absolviert Mörz das Programm an allen Geräten. Sie sieht sich zunehmend als Mehrkämpferin und nicht mehr nur als Sprung- und Bodenspezialistin. „Ich bin auf einem sehr guten Weg. Wenn ich dieses Jahr mit dem vor zwei Jahren vergleiche, ist da eine deutliche Verbesserung“, betonte sie.
Das Gefühl von Podestplätzen kennt die 21-Jährige von Weltcups. „Das gibt noch mehr Kraft und dann willst du das halt noch einmal haben“, sagte Mörz. Die Höhen und Tiefen des Sports wisse sie zu schätzen. „Schön ist immer, wenn man sich wieder rausholt. Und wenn man einen Wettkampf geturnt und was erreicht hat, dann weiß man, okay, das, was ich tue, zahlt sich wirklich aus.“
Für die Olympia-Qualifikation 2028 zählt die EM im Frühling nächstes Jahres. Die Gerätefinali bei der WM finden am Wochenende nach den Mehrkampf-Finali am Donnerstag und Freitag statt.
Quelle: APA
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