Moor bei Bad Mitterndorf erfolgreich renaturiert

Mona HopfingerMona Hopfinger
Moor renaturiert: Bienen und Grashüpfer bei lila Blüten und weißem Wasserstern in feuchter Moorlandschaft.
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach zwei Jahren Arbeit ist die Renaturierung des Krautmoos im Bezirk Liezen abgeschlossen. Das rund ein Hektar große Feuchtgebiet speichert wieder Wasser, seltene Pflanzen siedeln sich an und Insekten kehren zurück.

Das Krautmoos am Fuß des Reithartlkogels im steirischen Salzkammergut ist wieder ein funktionierendes Ökosystem. Freiwillige, Naturschützer und die Eigentümerfamilie Marchner haben zwei Jahre lang daran gearbeitet, dem Feuchtgebiet seine natürliche Funktion zurückzugeben. Die Fläche befindet sich in landwirtschaftlichem Besitz und steht im Vertragsnaturschutz.

Gemeinsam mit der IG Moor und dem Naturschutzbund begannen die Arbeiten vor zwei Jahren. Zahlreiche Helfer beteiligten sich an den Einsätzen, um das Moor schrittweise in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Sumpfpflanzen und Wildbienen kehren zurück

Die Erfolge der Renaturierung sind bereits sichtbar. Johanna Marchner-Pichler beschreibt die Veränderungen: „Das Wasser wird jetzt wieder sichtbar im Moor gehalten. Junge Nadelgehölze verschwinden, Sumpfpflanzen wie der Teufelsabbiss oder das Sumpfherzblatt haben sich angesiedelt. Wir beobachten auch vermehrt Wildbienen und unterschiedliche Arten von Heuschrecken.“

Das Moor speichert nun wieder Wasser, statt es abfließen zu lassen. Typische Moorpflanzen wie Teufelsabbiss und Sumpfherzblatt finden wieder Lebensraum. Verschiedene Heuschreckenarten und Wildbienen sind zurückgekehrt. Junge Nadelgehölze, deren vermehrtes Aufkommen auf Austrocknung hinweist, verschwinden zunehmend.

Bedeutung für Klimaschutz und Wasserhaushalt

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl war bei mehreren Arbeitseinsätzen dabei und hat das Projekt aus ihrem Jugend- und Zukunftsfonds mitfinanziert. Sie betont die Bedeutung intakter Moore: „Moore leisten einen unschätzbaren Wert für die Artenvielfalt, als CO₂-Speicher für den Klimaschutz und als Wasserspeicher. Die heurige Rekorddürre hat uns deutlich vor Augen geführt, wie notwendig es ist, Wasser in der Landschaft zu halten.“

Moore binden mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem, puffern Trockenperioden ab und bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.

Kritik an Landesregierung

Für Krautwaschl zeigt das Krautmoos, was möglich ist, wenn Landwirtschaft, Naturschutz und Freiwillige zusammenarbeiten. Sie kritisiert jedoch, dass die Landesregierung zu wenig für die Wiederherstellung der Natur unternehme. Solche Projekte würden nicht gefördert, heißt es. Stattdessen stelle man Renaturierung als Gefahr für die Landwirtschaft hin.

Sie verweist auf Umweltlandesrat Hannes Amesbauer. Er habe vom „Wahnsinn der Renaturierung” gesprochen. Das Krautmoos zeige aber, dass es auch anders geht. Dort habe eine Bauernfamilie die Renaturierung selbst vorangetrieben. Sie sehe den Nutzen für Natur, Artenvielfalt und Klimaschutz ganz klar.

55 Projekte in der Steiermark ausgezeichnet

Seit 2024 holen die steirischen Grünen mit ihrem Renaturierungspreis Menschen vor den Vorhang, die sich für die Wiederherstellung der Natur starkmachen. Bislang wurden 55 Projekte aus der gesamten Steiermark prämiert, die Preisgelder summieren sich auf rund 20.000 Euro.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/krautmoos-renaturierung

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