Moosburg führt Vergnügungssteuer wieder ein

Die Kärntner Gemeinde Moosburg hebt künftig wieder eine Vergnügungssteuer ein. Betroffen sind gewerbliche Veranstaltungen, während Events von ehrenamtlichen Organisationen ausgenommen bleiben, so der ORF.
Bürgermeister Herbert Gaggl (ÖVP) begründete den Schritt mit einer Aufforderung des Landes. Die Gemeinden seien angehalten worden, mögliche Einnahmen auszuschöpfen, da sie sonst ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen würden. Gaggl betonte, er habe keine Freude daran, Veranstalter zu belasten.
Sowohl die Gemeinden als auch das Land müssten ihre Schulden reduzieren und dürften auf keine steuerlichen Erträge verzichten, erklärte der Bürgermeister. Er rechnet damit, dass die Abgabe mehrere zehntausend Euro in die Gemeindekasse spülen wird.
Kritik von Veranstalter
Veranstalter Thomas Semmler zeigte sich unzufrieden mit der Entscheidung. Er verstehe nicht, warum sein Unternehmen eine zusätzliche Steuer entrichten müsse und stellte die Frage nach der Gegenleistung. „Wenn ich die Mehrwertsteuer bezahle oder eine andere Steuer bezahle, habe ich dadurch vielleicht Krankenhausleistungen, Polizei, Feuerwehr etc. Hier ist es so, dass wir in Moosburg im Gegenzug quasi nichts bekommen“, so Semmler.
Die gesamte Infrastruktur müsse komplett aufgebaut und Parkplätze bei Bauern angemietet werden. Es gebe keine Hotels, keine WC-Anlagen und keine Buslinien, kritisierte der Veranstalter.
Angebote aus anderen Gemeinden
Semmler berichtete, dass er bereits Angebote von anderen Gemeinden erhalten habe, die noch keine Vergnügungssteuer einheben. Diese hätten ihn aufgefordert, künftig bei ihnen Konzerte zu organisieren. Ob er tatsächlich aus Moosburg abwandern werde, sei aber noch nicht entschieden.
Der Organisator forderte einen runden Tisch mit Land, Gemeinden und Event-Unternehmen, um eine einheitliche Regelung für ganz Kärnten zu finden. Seiner Ansicht nach schrecke eine Vergnügungssteuer Veranstalter eher ab. Dann hätten Gemeinden, umliegende Hotels und Gastronomiebetriebe erst recht weniger Geld in den Kassen.
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