Mostviertler wollen Importstopp für Billig-Lebensmittel

Mathias FischerMathias Fischer
Rinder auf einer grünen Wiese mit Löwenzahn in der Steiermark
© Gemeinde St. Oswald

Eine Umfrage zeigt: 92 Prozent der Niederösterreicher fordern einen Importstopp für Lebensmittel, die nicht nach EU-Standards produziert werden. 90 Prozent der Befragten im Mostviertel sprechen sich für eine Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie aus.

Der Dürresommer 2026 hat die Landwirte stark belastet. Bei der Herbsternte werden Ausfälle bis zu 70 Prozent verzeichnet. Viele Betriebe wirtschaften bereits am Limit, Naturkatastrophen bedrohen ihre Existenz zusätzlich.

In der Umfrage „So tickt Niederösterreich“ geben 99 Prozent aller Befragten an, dass eine leistungsfähige, heimische Landwirtschaft wichtig für die Versorgung ist. Die Niederösterreicher stehen vereint hinter den Bauern.

Herkunftskennzeichnung gefordert

Neben der Versorgungssicherheit ist den Befragten auch die Qualität der Produkte wichtig. Landesweit wollen etwa 86 Prozent der Menschen eine Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Im Mostviertel sind es sogar 90 Prozent.

92 Prozent aller Niederösterreicher sowie Mostviertler fordern einen Importstopp für Lebensmittel, die nicht nach EU-Standards erzeugt werden.

Bereitschaft für höhere Preise

Den Niederösterreichern ist bewusst, dass Qualität etwas kosten darf. Derzeit bekommen Bauern etwa von einer Semmel einen Cent des Kaufpreises. 90 Prozent wären grundsätzlich bereit, für Lebensmittel aus Niederösterreich etwas mehr zu bezahlen. Nur 9 Prozent lehnen das ab.

91 Prozent sind überzeugt, dass die heimischen Betriebe verantwortungsvoll produzieren. 96 Prozent schätzen die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern grundsätzlich.

Forderung an die Politik

An die Politik haben die Befragten eine klare Botschaft: 84 Prozent fordern, dass die Landwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel und dessen Folgen stärker unterstützt wird als bisher.

Johannes Zuser, Obmann der Bezirksbauernkammer Melk, sieht Vorteile in einer engeren Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Gastronomie. „Die Wege sind kurz und der Zwischenhandel ausgeschaltet“, erklärt Zuser. Dadurch ergäben sich Möglichkeiten bei der Preisgestaltung.

Die Herkunftsbezeichnung werde auch bei den Konsumenten befürwortet, so Zuser. Für die Gäste bedeute dies vor allem mehr Transparenz und Wahlfreiheit. Auch bei öffentlichen Kantinen werde mittlerweile verstärkt auf die Herkunft der verwendeten Lebensmittel geachtet.

Im Bezirk gebe es eine breite Palette an regionalen Produkten: Wild, Käse, Fleischprodukte, Pute, Schweinefleisch sowie Fisch.

Quelle: https://www.stoswald.com/Umfrage_Schnitzel_nur_regional

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