MotoGP in Spielberg kämpft mit Zuschauerproblem

Am Red-Bull-Ring steht am Wochenende die Motorrad-WM auf dem Programm. Während die sportliche Ausgangslage mit Marc Marquez und Jorge Martin punktgleich an der Spitze spannend ist, bereitet die sinkende Besucherzahl den Veranstaltern Sorgen.
Die MotoGP macht an diesem Wochenende Halt am Red Bull Ring in Spielberg. Im Kampf um die Weltmeisterschaft ist die Spannung größer denn je: Marc Marquez übernahm zuletzt erstmals in dieser Saison die Führung in der Gesamtwertung und liegt nun punktegleich mit Jorge Martin an der Spitze.
Erstmals wird der Österreich-Grand-Prix nicht Ende August, sondern Mitte September ausgetragen. Mit der Terminverschiebung soll dem rückläufigen Zuschauerinteresse der vergangenen Jahre entgegengewirkt werden.
Rückgang bei den Zuschauerzahlen
Die Besucherzahlen sind seit dem MotoGP-Comeback in Spielberg vor zehn Jahren kontinuierlich gesunken. Während damals noch 215.850 Fans am Rennwochenende gezählt wurden, kamen 2024 150.187 Zuschauer an den Red Bull Ring. Im Vorjahr fiel die Zahl mit 117.560 Besuchern auf einen neuen Tiefstand.
Zum Vergleich: Die Formel 1 verzeichnete im Juni mit 320.000 Fans einen neuen Zuschauerrekord in Spielberg. Red-Bull-Ring-Geschäftsführer Thomas Überall räumte ein, dass man sich heuer mehr Besucher wünschen würde.
Neues Konzept soll Trend umkehren
Neben dem späteren Termin wurde auch das Rahmenprogramm ausgebaut. Mehrere zusätzliche Fanzonen sollen für ein attraktiveres Erlebnis sorgen. Zudem wurde eine eigene Tribüne für MotoGP-Neuling Toprak Razgatlioglu eingerichtet. Der türkische Yamaha-Pilot und mehrfache Superbike-Weltmeister verfügt über eine große internationale Fangemeinde.
Als Hauptgründe für den Besucherrückgang werden in der Fanszene vor allem die hohen Kosten für Tickets, Unterkünfte und Verpflegung genannt. Auch die wirtschaftlichen Turbulenzen bei KTM sowie das Ende der beliebten orangenen KTM-Fantribüne nach 2024 gelten als Faktoren. Zwar hat sich der Konzern inzwischen stabilisiert, die frühere Begeisterung rund um die Marke muss jedoch erst wieder aufgebaut werden.
Schwierige Saison für Leo Rammerstorfer
Mit Leo Rammerstorfer steht auch ein österreichischer Fahrer im Fokus. Der 22-jährige Oberösterreicher bestreitet seine erste vollständige Saison in der Moto3-Weltmeisterschaft, wartet nach 13 WM-Starts jedoch noch auf ein Spitzenergebnis. Sein bestes Resultat bisher ist Platz 13.
Nach einem Sturz beim Rennen in Misano erhielt Rammerstorfer zudem eine Long-Lap-Penalty für das Heimrennen in Spielberg.
KTM hofft auf Acosta
Im Titelkampf spielt KTM weiterhin keine entscheidende Rolle. Dennoch sorgte Pedro Acosta zuletzt mit starken Leistungen für positive Schlagzeilen. Der Spanier belegte in Aragon Rang zwei und wurde in Misano Dritter.
KTM-Motorsportchef Pit Beirer zeigte sich mit den jüngsten Ergebnissen zufrieden und sieht darin eine gute Ausgangsposition für das Heimrennen in Österreich.
Marquez startet als WM-Leader
Sportlich richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Marc Marquez. Der Ducati-Pilot übernahm nach seinem Sieg in Misano bei noch acht ausstehenden Rennwochenenden die Führung in der Weltmeisterschaft.
Nach einer Verletzung und zwei verpassten Rennwochenenden hatte Marquez zwischenzeitlich bereits 102 Punkte Rückstand auf die Spitze. Mit fünf Siegen aus den vergangenen sieben Rennen gelang ihm jedoch eine eindrucksvolle Aufholjagd.
Der Spanier strebt seinen zehnten Weltmeistertitel an und hat mit Jorge Martin sowie Marco Bezzecchi starke Konkurrenten im Titelrennen. Gute Erinnerungen hat Marquez zudem an Spielberg, wo er im Vorjahr sowohl den Sprint als auch den Grand Prix gewann.
Red Bull Ring erhält Bestnoten
Unabhängig von den Zuschauerzahlen genießt der Red Bull Ring bei Motorsportfans weiterhin einen ausgezeichneten Ruf. In einer internationalen Fanbefragung des Streckendesign-Unternehmens Studio Dromo belegte die Strecke den ersten Platz unter 40 Rennkursen.
Für die Auswertung wurden mehr als 432.000 öffentliche Bewertungen analysiert und nach elf verschiedenen Kriterien gewichtet. Damit gilt der Red Bull Ring laut der Untersuchung als jene Rennstrecke, die den Zuschauern das beste Gesamterlebnis bietet.
Quelle: APA
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